Eine Pflegezusatzversicherung sichert diejenigen ab, die sich im Pflegefall nicht auf die begrenzten Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung verlassen wollen. Die Generali bietet jetzt eine solche Zusatzpolice als „3D-Pflegerente“ sogar ohne Gesundheitsprüfung an.
Merkmale: Um in den Genuss dieser Versicherung zu kommen, muss man zuerst eine klassische Rentenversicherung abschließen. Zusätzlich finanziert man mit seinen Beiträgen eine Anwartschaft auf die Pflegezusatzversicherung, die es frühestens nach zwölf Jahren gibt. Die dann fälligen Leistungen aus der Rentenversicherung finanzieren den Beitrag für die Pflegezusatzversicherung.
Stärken: Auch ältere Antragsteller können bis zum 70. Geburtstag noch eine Pflegezusatzversicherung abschließen, ohne wegen Vorerkrankungen abgelehnt zu werden. Außerdem muss man die Option zum Abschluss der Pflegezusatzversicherung nicht wählen. In diesem Fall lässt man sich die Rentenversicherung auszahlen oder wandelt die Police in eine lebenslange Rente um.
Schwächen: Schutz gibt es frühestens nach zwölf Jahren. Wer vorher zum Pflegefall wird, muss diese Zeit abwarten. Dazu kommen hohe Kosten. Ein heute 53-jähriger Mann muss nach einer Beispielrechnung der Generali über zwölf Jahre 176 Euro monatlich aufbringen, um einmal die Rentenversicherung zu besparen und sich zudem eine Option über 1.500 Euro monatliche Rente für den Pflegefall zu sichern, deren Höhe aber keinesfalls garantiert ist. Man kann den monatlichen Beitrag geringer ansetzen. Aber dann taucht ein weiteres Problem auf: Egal, wie viel Geld man einzahlt, es ist grundsätzlich nicht sicher, dass das Guthaben aus der Rentenversicherung ausreicht, um daraus die Kosten der Pflegezusatzversicherung zu bestreiten. Das bedeutet: Es muss eventuell Geld nachgeschossen werden.
Wettbewerb: Das Modell der Generali ist derzeit alleine am Markt. Klassische Pflegezusatzversicherungen mit leistungsstarken Tarifen bieten für deutlich geringere Kosten einen sofort beginnenden Schutz. Die DKV (Tarif PET) versichert 54-jährige Antragsteller mit einem Rentenwunsch von 1.500 Euro monatlich für 36,45 Euro, die Württembergische (Tarif PT1) verlangt 38,50 Euro.
Fazit: Die Police taugt allenfalls als Notnagel, wenn keine klassische Pflegezusatzversicherung zu bekommen ist.