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08.04.2011 11:29

Hypovereinsbank

Der Komfortkredit

von
„Jetzt ab 3,25 % effektivem Jahreszins“. Mit diesem Slogan wirbt die zur italienischen Unicredit-Gruppe gehörende Hypovereinsbank (HVB) für ihren „Komfortkredit“, den man nur über das Internet erhält. Wer sich bis 30. April dafür entscheidet, soll eine Prämie „bis zu 100 €“ erhalten. Was ist von diesem Produkt zu halten?
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Merkmale: Die Zinsen dieses Online-Kredits sind bonitätsabhängig. Das heißt: Wer beispielsweise ein monatliches Nettogehalt zwischen 600 Euro (Mindestsumme) bis 1.500 Euro angibt, von dem verlangt die Bank 9,99 Prozent an Zinsen bei einem Kredit von 5.000 Euro und einer Laufzeit von zwei Jahren. Wer dagegen 2.500 Euro angibt, der erhält das Darlehen für 6,29 Prozent effektiv. Es sind Kreditbeträge zwischen 2.500 und 50.000 Euro möglich. Das Geldhaus wirbt mit einer „Bestpreis-Garantie“. Nach Vertragsschluss steht einem zusätzlich zu dem 14-tägigen Widerrufsrecht ein 14-tägiges Rücktrittsrecht zu. Wer den Online-Prozess durchlaufen hat, der muss entweder ein Post-Identverfahren machen, also mit Personalausweis oder Reisepass zur nächsten Postfiliale, oder er weist sich in einer HVB-Filiale aus. Gefordert werden zudem Kopien der letzten zwei Gehaltsabrechnungen sowie eine Kopie des Kontoauszugs, auf dem der Gehaltseingang vermerkt ist. Man darf kein Freiberufler sein. Die ungek ündigte Anstellung muss mindestens sechs Monate betragen.

Stärken: Der Online-Prozess ist eindeutig und einfach. Der Abschluss einer Restschuldversicherung ist nicht automatisch voreingestellt. Es wird bei den Unterlagen auch noch einmal betont, dass der Abschluss einer solchen Police nicht Voraussetzung zum Erhalt des Darlehens ist.

Schwächen:
Es wird offensichtlich mit einem Lockzins (ab 3,25 Prozent) geworben, den kaum jemand bekommen dürfte, wie verschiedene Tests ergeben haben. Denn selbst wenn man bei den oben genannten Voraussetzungen - und damit unterstellter guter Bonität - ein Monatsgehalt von 22.500 Euro angibt, gibt es diesen Zins nicht, sondern es sind immer noch 5,52 Prozent. Es wird eine Bearbeitungsgebühr zwischen zwei und drei Prozent verlangt, die auf das ursprüngliche Darlehen aufgeschlagen wird. Wer den Kredit vorzeitig zurückzahlt, erhält diese Kosten auch nicht anteilig erstattet. Zudem wird die gesetzlich mögliche Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung gestellt. Der Zins ist – aus Sicht von Beziehern mit geringem Einkommen – zu hoch. Zudem behält sich die Bank das Recht vor, den Kredit auch ohne wichtigen Grund ganz oder teilweise mit einer Frist von zwei Monaten ordentlich zu kündigen.

Wettbewerber:
Man sollte sich eher nach einer Offerte umsehen, bei der es keine Bearbeitungsgebühren gibt, die das Darlehen unnötig aufblähen. Darauf verzichten u.a. ING-Diba, Norisbank (beim Online-Kredit) oder auch 1822 Direkt oder Ikano-Bank. Einige wenige (Ikano und ING-Diba) verzichten auch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung, wenn der Kredit ganz oder teilweise früher zurückgezahlt wird.

Fazit: Es gibt Online-Kredite mit günstigeren Zinsen und deutlich kundenfreundlicheren Nebenbedingungen.
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