Merkmale: Diese neue „Fahrer-Kasko“ soll einen Insassenschutz bieten, wie ihn die Autohaftpflicht für alle anderen Mitfahrer leistet, wenn der Fahrer selbst für den Unfall verantwortlich ist. Grundsätzlich muss sich jeder Fahrer gegen selbst verursachte Verletzungen schützen.
Klassische Unfallversicherungen zahlen aber erst, wenn eine lebenslange Behinderung vorliegt. Zudem sind die Versicherungssummen oft sehr niedrig. Privater Berufsunfähigkeitsschutz wirkt erst, wenn man seinen Job zu 50 Prozent nicht mehr ausführen kann.
Stärken: Die LVM-Fahrer-Kasko übernimmt bei längerer Arbeitsunfähigkeit den Verdienstausfall, zahlt notfalls eine Rente und sorgt mit bis zu 10.000 Euro bei bestimmten Verletzungen für eine bessere Reha-Behandlung. Stirbt der Fahrer, gibt es finanziellen Schutz für die Hinterbliebenen. Geleistet wird auch bei grob fahrlässigen Fahrfehlern, etwa beim Rotlichtverstoß. Allein Verletzungen, die durch eine Fahrt ohne Gurt oder unter Alkohol oder Drogen verursacht werden, sind ausgeschlossen. Das gibt es für 24,80 Euro im Jahr (Fahrer unter 23 Jahre: 29,80 Euro) pro Fahrzeug günstig. Die Versicherungssumme ist mit zwölf Millionen Euro auf jeden Fall ausreichend.
Schwächen: Es gibt kein Schmerzensgeld und auch keinen Cent, wenn der Sicherheitsgurt nicht angelegt wurde. Zudem fesselt die Police den Kunden an die LVM, denn das Produkt gibt es immer nur in Verbindung mit einer Autohaftpflichtpolice.
Wettbewerb: Vor allem Schmerzensgeld, das ja schon nach einen Auffahrunfall durch ein Schleudertraum fällig werden kann, zahlen andere Anbieter – so die VHV im „Fahrerschutz“ oder die Aachen-Münchner im „Fahrer Plus“. Bei der Aachen-Münchner (AM) beträgt die Prämie 5,4 Prozent der Haftpflichtprämie, bei der VHV knapp über 8 Prozent, mit 300 Euro Jahresprämie in der Haftpflicht also 16,20 Euro bei der AM und etwas mehr als 24 Euro bei der VHV. Wer einen guten Schadenfreiheitsrabatt hat, profitiert.
Fazit: Die LVM-Fahrer-Kasko hat Vorteile gegenüber der klassischen und überflüssigen
Insassenunfallversicherung. Noch wertvoller sind Fahrer-Schutzprodukte, die Schmerzensgeld leisten.