Die gesetzliche Pflegeversicherung ist lückenhaft. Deshalb gilt der Rat, mit Pflegezusatzpolicen aufzustocken. Die Stuttgarter Lebensversicherung bietet mit der „Aktiv Pflege“ ein neues Produkt an, das auf die ambulante Pflege zugeschnitten ist.
Merkmale: Mit der Police sichert man ein monatliches Hilfsstundenpaket durch den Malteser Hilfsdienst ab, ausschließlich für die Pflege zuhause. Der „Grundschutz“ leistet nur bei Pflegestufe III, 45 Stunden im Monat. Im „Grundschutz Plus“ ist zusätzlich Stufe II versichert, mit 30 Stunden, im „Vollschutz“ kommt noch Stufe I hinzu sowie Demenz, mit monatlich 15 Stunden. Nur in Pflegestufe III gibt es auch Leistung bei stationärer Pflege: eine monatliche Rente von 600 Euro, bei Pflege infolge eines Unfalls das Doppelte.
Stärken: Statt einer Versicherungssumme schließt man eine inflationsgeschützte Stundenzahl ab. Die gesamte Organisation der Pflege – auch die Vermittlung eines wohnortnahen Pflegeplatzes binnen 24 Stunden – ist garantiert.
Schwächen: Nur der „Vollschutz“ bietet eine sinnvolle Absicherung. Dennoch sind die Stundenpakete zu niedrig. Das Produkt ist zudem teuer: Der „Vollschutz“ kostet für eine 45-Jährige rund 70 Euro im Monat (Mann: 60 Euro). Die Rente bei stationärem Aufenthalt ist mit 600 Euro (bei nicht unfallbedingter Pflege) ebenfalls zu niedrig. Das entspricht einem Tagegeld von 20 Euro, ratsam sind 60 Euro. Man kann den Betrag aufstocken, aber nur gegen Aufpreis.
Wettbewerber: Pflegetagegeldpolicen zahlen Tagessätze im Pflegefall. Diese gibt es günstiger: Ein Tagegeld von 60 Euro bei Pflegestufe III und Leistungen in Stufe I und II kostet für eine 45jährige Frau rund 45 Euro bei der LVM (Mann: 30 Euro), 50 Euro (Mann: 35 Euro) bei der SDK und 50 Euro (Mann: 45 Euro) bei der Continentalen.
Fazit: Eine Pflegetagegeldpolice ist flexibler, weil man das Geld für ambulante und stationäre Pflege einsetzen kann. Die doppelte Rente der Stuttgarter bei unfallbedingter Pflege sollte nicht locken. Wenn man pflegebedürftig ist, benötigt man viel Geld, ganz gleich aus welchem Grund man in diese Lage gerät.