„Das können alles Alternativen sein, um den Aufenthalt in einem Alten- oder Pflegeheim wesentlich zu reduzieren“, sagt Alfred Göschel, Vorsitzender des Forums Gemeinschaftliches Wohnen (FGWA) in Hannover. Man wohnt unter einem Dach und unterstützt sich gegenseitig, lautet das Prinzip des gemeinschaftlichen Wohnens. In den letzten Jahren gibt es immer mehr solche Projekte. „Das sind nicht mehr nur Exoten, die sich dafür interessieren“, sagt Göschel.
Gemeinschaftliches Wohnen
Gemeinschaftlich Wohnen kann man als
Senioren-WG nach studentischem Vorbild, als Wohngruppe, bei der jeder eine eigene Wohnung in einem gemeinsamen Wohnkomplex bewohnt oder als Mehrgenerationenmodell, bei dem Alt und Jung unter einem Dach leben. Die gegenseitige nachbarschaftliche Unterstützung ist immer Teil des Konzepts. Stichwort: selbstbestimmt Wohnen innerhalb einer sozialen Gemeinschaft. Zur Finanzierung solcher Wohnmodelle, bei denen man entweder einen Altbau umrüstet oder einen Neubau errichtet, kommen zinsgünstige Kredite in Frage (z.B. Kreditanstalt für Wiederaufbau) wie auch kommunale Förderprogramme oder Stiftungsmittel. Über eines muss man sich klar sein: „Auch als Gruppe kann man die Marktbedingungen nicht aushebeln“, sagt Göschel.
Wer bauen will, benötigt Eigenkapital. Einfacher zu realisieren ist das Modell „Wohnen für Hilfe“, das sich in einigen Universitätsstädten etabliert: Studenten erhalten mietfreien Wohnraum bei älteren Menschen und helfen dafür im Haushalt. Für einen Quadratmeter Wohnraum leistet man eine Stunde Arbeit im Monat.