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Auslandsaufenthalt

Karriereförderndes Abenteuer

28.09.2010 08:00
Von Caroline Benzel
Auslandsaufenthalt Berufserfahrung Studium Praktika Au Pair Verbraucherportal Biallo.de
Ein Schuljahr in Australien, ein Au-pair-Aufenthalt in Frankreich oder ein freiwilliges Soziales Jahr in Afrika: Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene zieht es in die Ferne.
Allein rund 14.000 deutsche Schüler verbringen ein Highschool-Jahr im Ausland. Die Tendenz ist steigend, auch weil es sich um eine Investition in die Zukunft handelt. „In gut bezahlten Positionen ab 60.000 Euro sind Fremdsprachenkenntnisse Standard. Wer sich in den deutschen Exportmärkten auskennt und kulturell anpassen kann, hat einen enormen Vorteil“, sagt Christian Göttsch vom Karrieredienst Experteer. Vor allem aber gebe der Auslandsaufenthalt eine Orientierung fürs Leben und fördere die Persönlichkeitsentwicklung, meint Annette Luthringshauser. Sie ist Projektkoordinatorin beim europäischen Informationsnetzwerk Eurodesk, das neutral und anbieterübergreifend zum Thema Auslandsaufenthalt informiert.
 
Das Highschool-Jahr
 
Eltern, die ihre Kinder nach der 10. Klasse für ein halbes Jahr nach Kanada auf eine Highschool schicken, müssen rund 9.000 Euro bezahlen, ein Schuljahr in Europa kostet dagegen um die 6.000 Euro, wobei der Preis keine Qualitätsgarantie ist. Austauschorganisationen haben keine gesetzlich vorgeschriebenen Standards, es gibt aber Verbände, die sich freiwillig an bestimmte Qualitätskriterien halten. Das sind der Deutsche Fachverband Highschool, dem zwölf kommerzielle Anbieter angehören und der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen, zu dem AFS Interkulturelle Begegnungen gehört. Ein Drittel der Kinder, die mit AFS ins Ausland gehen, bekommen ein Teilstipendium. Jahres-Stipendien für die USA werden vom Parlamentarischen Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestages vergeben.

THEMENSCHWERPUNKT

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Sommer-Kurse an fremden Unis
 
Eine interessante Alternative zum Auslands-Jahr sind die Sommerkurse, die zahlreiche Universitäten weltweit anbieten. Schüler ab 15 Jahren können dort zwei bis drei Kurse belegen und schon einmal Uni-Luft schnuppern. Voraussetzung ist in der Regel der Abschluss der 10. Klasse. Die Agentur College Contact vermittelt kostenlos Sommerkurse, vor allem an amerikanischen Universitäten. Die Gebühren zahlen die Hochschulen. Obwohl die Vermittlung nichts kostet, ist das Hochschulschnuppern nicht gerade preiswert. Für sechs Wochen müssen Eltern um die 3.000 Euro zahlen.
 
Als Au-pair ins Ausland
 
Kostengünstig kommen junge Leute ab 18 als Au-pair ins Ausland. Voraussetzung ist, dass sie Kinder mögen und bereit sind, Zeit mit ihnen zu verbringen. Kost und Logis werden ebenso von der Gastfamilie getragen wie ein monatliches Taschengeld, eine Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung. Zahlreiche Agenturen vermitteln Au-pairs ins Ausland. Wichtig ist, dass der Vermittler eine 24-Stunden-Notfallhotline betreibt. Normalerweise muss der Jugendliche gar nichts oder eine geringe Vermittlungsgebühr von 100 bis 200 Euro bezahlen. Die restlichen Kosten übernimmt die Gastfamilie.
 
Freiwilligen-Programme in Europa
 
Jugendliche, die sich nicht mit Kindern und Haushalt beschäftigen wollen, können auch einen Freiwilligendienst absolvieren. Gefördert werden der Europäische Freiwilligendienst, das Soziale und Ökologische Jahr und der entwicklungspolitische Freiwilligendienst. Voraussetzung ist lediglich die Volljährigkeit. Nur Bewerber beim entwicklungspolitischen Freiwilligendienst brauchen Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. 
 
In welchem Land die Jugendlichen schließlich landen, ist nach Ansicht von Austausch-Expertin Luthringshauser nicht entscheidend. „Wichtig ist, dass der Jugendliche offen gegenüber Sprache und Kultur des Gastlandes ist und Lust hat, Neues zu entdecken und sich darauf einzulassen.“ Den Auslands-Aufenthalt auf eigene Faust zu planen sei nicht empfehlenswert. „Wenn etwas schief läuft, dann sitzt der Jugendliche alleine und ohne Hilfe im Ausland.“ 
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