Manchmal geht es ganz schnell: Ein Beinbruch, ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt und ein älterer Mensch kann sich von heute auf morgen nicht mehr alleine versorgen. Dann muss man schnell praktische Hilfe organisieren und finanzieren. Die wichtigsten Möglichkeiten im Überblick.
Pflegeberater
„Versicherte haben einen Rechtsanspruch, sich über ihre Pflegekasse von einem Pflegeberater kostenlos beraten und betreuen zu lassen“, sagt Heike Nordmann, Expertin für Wohnformen im Alter bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dieser soll bei der Organisation, Finanzierung und Abwicklung von Hilfsleistungen beraten. Neben Leistungen aus der Pflegekasse geht es auch um professionelle und ehrenamtliche Hilfsmöglichkeiten vor Ort.
Pflegehilfe
Die meisten Pflegebedürftigen möchten so lange wie möglich zuhause leben. Praktische Unterstützung erhält man von ambulanten Pflegediensten. Zuschüsse gibt es von der Pflegekasse je nach Pflegestufe I, II oder III in Höhe von 450 Euro, 1.100 Euro bzw. 1.550 Euro im Monat. Übernehmen Angehörige die Pflege, erhalten sie ein monatliches Pflegegeld von 235 Euro, 440 Euro bzw. 700 Euro. Zunehmend werden auch Haushaltshilfen aus Osteuropa engagiert. Um ein solches Beschäftigungsverhältnis legal zu gestalten, muss der Weg über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit führen. Dann kann man ebenso Pflegegeld erhalten. Ist man noch kein Pflegefall und benötigt lediglich Unterstützung, muss man dafür selbst aufkommen. Haushaltshilfen kann man über Wohlfahrtsverbände oder Nachbarschaftshilfen finden. 20 Prozent der Kosten werden von der Steuerschuld abgezogen, maximal 4.000 Euro pro Jahr, die im Steuerbescheid zu berücksichtigen sind.
WG für Pflegebedürftige
Wohngemeinschaften als Alternativen zum Leben im Heim boomen, vor allem für Demenzkranke. Auch hierfür gibt es Mittel aus der Pflegekasse. Menschen mit Demenz können zusätzlich ein Betreuungsgeld von 1.200 Euro bis maximal 2.400 Euro im Jahr erhalten, unabhängig von einer Pflegestufe und der Art der Unterbringung.
Senioren-WG
Einen zinsgünstigen Kredit für die Gründung einer Senioren-WG bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an. Beim Kauf oder Bau eines Gebäudes zur Gründung einer WG, in der man selbst leben wird, kann man von einem zinsgünstigen KfW-Wohnungseigentumskredit profitieren.
Umbau
„Viele Ältere denken daran, wie sie ihre Immobilie energetisch sinnvoll umrüsten können. An die Barrierefreiheit der eigenen Wohnung denken sie aber nicht“, so Heike Nordmann. Einige Kommunen vergeben Fördergelder für solche Maßnahmen. Nachfragen lohne sich bei den örtlichen Wohnungsämtern, rät die Expertin. Ist man erst mal ein Pflegefall, gewährt die Pflegekasse maximal 2.557 Euro Zuschuss pro Umbaumaßnahme.
Finanzielle Vorsorge
Als ein Standpfeiler bei der finanziellen Vorsorge für den Ernstfall werden oft Seniorenunfallversicherungen angepriesen. Sie sind meist verknüpft mit Assistanceleistungen, bei denen der Versicherer im Ernstfall Hilfeleistungen im Haushalt organisiert und bestenfalls auch bezahlt. „Das kann sinnvoll sein, wenn man alleine lebt“, sagt Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater. Er sieht solche Policen ansonsten kritisch: „Sie sind teuer und wenn man wegen Krankheit Hilfe benötigt, leistet die Police nicht.“ Eine Pflegetagegeldversicherung sei sinnvoller. Aber nur, wenn man sie spätestens bis zum 40. Lebensjahr abschließt. Dann kosten Policen ab 18 Euro für einen Mann, bzw. 25 Euro für eine Frau im Monat.
Wollen Sie mehr wissen? In der Langfassung informieren wir über:
- Beratung im Notfall
- Häusliche Krankenpflege
- Hilfsdienste vor Ort
- Ambulante Pflegedienste
- Pflege durch Angehörige
- Haushaltshilfen aus Osteuropa
- Möglichkeiten der Wohnungsanpassung
- Betreutes Wohnen
- Wohngemeinschaften für Senioren
- Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige
- Umzug in ein Heim
- Senioren-Unfallpolicen
- Pflegezusatzversicherungen
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