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Pflegebedürftigkeit

Wie man finanziell vorsorgt

05.04.2010 08:00
Von Annette Jäger
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Oft ist es mangelndes Geld, das es älteren Menschen erschwert, das Leben trotz Hilfebedürftigkeit individuell zu gestalten. Deshalb sollte man rechtzeitig vorsorgen.
So lange man kein Pflegefall ist, muss man alle Hilfsdienste aus eigener Tasche bezahlen. Kommt man in finanziellen Engpass, hat man die Möglichkeit, sich an das Sozialamt zu wenden. Das Amt prüft den finanziellen und praktischen Hilfebedarf. Rentnern steht darüber hinaus auch die sogenannte Grundsicherung zu. Ferner bietet der Versicherungsmarkt die Möglichkeit, in einem gewissen Maß finanziell vorzusorgen: Die Seniorenunfallpolice und eine Pflegezusatzversicherung kommen in Frage.


Senioren-Unfallpolice

Eine spezielle Senioren-Unfallpolice zahlt bei Invalidität durch Unfall in der Regel ab dem 65. Lebensjahr eine monatliche Rente. Eine einmalige Kapitalzahlung wie bei normalen Unfallpolicen entfällt oft, obwohl dies die bessere Variante wäre. Die volle Höhe der Rente erhält man erst ab einem bestimmten Invaliditätsgrad. Dabei sollte man wissen, dass in nur sechs Prozent der Unfälle die Unternehmen die Invalidität auf mehr als 40 Prozent einstufen.

Problematisch ist, dass körperliche Vorschädigungen wie beispielsweise Osteoporose oder Arthrose bei der Berechnung des Invaliditätsgrades miteinbezogen werden. Dadurch sinkt die monatliche Rente. Auch Stürze oder andere Unfälle, die infolge eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls zustande kommen, sind oft nicht mitversichert.

Oft werden die Policen mit sogenannten Assistance-Leistungen verknüpft: Im Ernstfall organisiert und – bestenfalls - bezahlt die Versicherung Hilfsleistungen wie Haushaltshilfe, Wäsche- und Essensdienst, Begleitung bei Arztbesuchen etc. Dieses Extra muss man mit einem Zuschlag von rund 20 Prozent zur monatliche Prämie bezahlen. Manche Unternehmen bieten die Leistungen auch separat an, manchmal verknüpft mit einer sehr kleinen Unfallsumme. Dann kostet der Schutz für einen 65-Jährigen Mann zwischen 60 Euro und 130 Euro im Jahr, für eine Frau zwischen 60 Euro und 180 Euro (Arag, Deutscher Ring, Europa, Huk-Coburg, Signal Iduna. Quelle: Finanztest 2/2009).

Versicherungen: Welche Policen sind wichtig und welche unnötig?

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Mit einer größeren Unfallsumme plus Assistanceleistungen muss ein 65-Jähriger Mann (Unfallsumme 50.000 Euro) 320 Euro eine Frau (ab 330 Euro) im Jahr bezahlen. Günstige Anbieter sind laut Finanztest 2/2009 Helvetia, DBV-Winterthur, Europa, Hamburg-Mannheimer, Signal Iduna. Bedenken sollte man auch, dass die Police nur dann zahlt, wenn man infolge eines Unfalls invalide ist. Dies ist aber nur sehr selten der Fall. Sehr viel größer ist das Risiko, durch Krankheit in finanzielle Not zu geraten, weil man Hilfsdienste benötigt. In diesem Fall zahlt die Versicherung nichts.
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