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16.11.2009 13:29 Uhr
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Schweinegrippe in der Familie

So verhalte ich mich richtig

Von Anja Lang
Schweinegrippe in der Familie So verhalte ich mich richtig
Die Schweinegrippe ist zwar nicht mehr Gesprächsthema Nummer eins. Trotzdem ist sie noch präsent. Gerade Personen, die viel mit anderen Menschen in Kontakt stehen, sind gefährdet. So haben Kinder und Lehrer, die sich täglich in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Schule, Hort oder Kindergarten befinden, ein besonders hohes Risiko sich anzustecken.
Was aber ist zu tun, wenn ein Familienmitglied erkrankt ist? Wie soll sich der Rest der Familie verhalten. Hier praktische Tipps, worauf man achten sollte.

Der Erreger der Schweinegrippe wird, wie bei der saisonalen Grippe auch, über sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Sprechen, Husten, Niesen, Küssen - vor allem aber über die Hände und angefasste Gegenstände, gelangt das Virus von einer Person zur nächsten. Die Inkubationszeit – also die Zeit – die von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergeht, dauert ein bis vier Tage. Aber schon ein bis zwei Tage, bevor überhaupt Symptome auftreten, kann die infizierte Person bereits für andere ansteckend sein.

Symptome ähneln der einer normalen Grippe

Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen sind die ersten Anzeichen. Dann folgen meist Fieber, Husten und Schnupfen und Durchfall. Die Symptome der neuen Grippe ähneln der einer saisonalen Grippe stark. Die Betroffenen merken kaum einen Unterschied. In der Regel kann nur der Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um Schweinegrippe handelt.
Im Falle der Erkrankung

Treten erste Anzeichen einer Erkrankung auf, sollte der Betroffene besser zu Hause bleiben. Das gilt für Kinder, wie für Erwachsene. Bestätigt sich der Verdachtsfall, sollte man Ruhe bewahren und einen Arzt kontaktieren. Dabei möglichst die Praxis vorher telefonisch von dem Verdacht in Kenntnis setzen. Nur so können rechtzeitig Maßnahmen getroffen werden können, um das Personal und auch andere Patienten zu schützen. Eine Fahrt zur Notaufnahme eines Krankenhauses ist unangebracht und übertrieben: Der Verlauf der neuen Grippe wird von vielen als eher mild beschrieben und sogar als harmloser, als die der „echten“ Grippe. Auch Anti-Grippe-Mittel, wie zum Beispiel Tamiflu, sind nur in Ausnahmefällen nötig. „Wir empfehlen Bettruhe und fiebersenkende Mittel, wie bei einer normalen Grippe auch“, betont Dr. Wolfgang Krombholz, stellvertretender Landesvorsitzender des bayerischen Hausärzteverbandes. „Die Schweinegrippe erfordert keine Quarantäne, das ganz normale Leben geht weiter. Jedoch sind bestimmte Hygienemaßnahmen zu beachten“.

Hygienemaßnahmen beachten

Ist ein Familienmitglied erkrankt, gilt es die anderen möglichst vor einer Ansteckung zu bewahren. Der Erkrankte sollte deshalb – wenn es irgendwie möglich ist- in einem separaten Raum untergebracht sein, in dem er auch essen und trinken kann. Alle Gegenstände, die der Erkrankte benutzt, müssen gründlich gereinigt werden. Handtücher und Bettwäsche sollten dazu bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. „Ich rate auch zum anschließenden Bügeln, das wirkt wie eine Desinfektion“, empfiehlt der Experte. Ess- und Trinkgeschirr kann in Spülmaschine gesäubert werden. Eine gründliche Handreinigung mit heißem Wasser und Spülmittel, reicht allerdings auch aus. Besonders wichtig ist es auf die Handhygiene zu achten. Darauf weist das Robert-Koch-Institut hin. Betroffene und pflegende Personen sollten regelmäßig und gründlich ihre Hände mit Seife waschen, denn gerade über die Hände gelangen die Erreger häufig von einer zur anderen Person. Dabei auch an Dinge denken, die oft mit den Händen berührt werden. So empfiehlt der deutsche Hausärzteverband auch die Reinigung von Türgriffen, Telefonhörern und sanitären Einrichtungen. Das Putzen mit normalen Haushaltsreinigern reicht dabei aus.

Themenschwerpunkt
Schweinegrippe: Pro und contra Impfung

Kosten - Risiken - Arbeitnehmerrechte
 
Viren fliegen etwa zwei Meter weit

Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man engen körperlichen Kontakt zu Infizierten meiden. Etwa zwei Meter Abstand zu erkrankten Personen empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Soweit nämlich können die virenhaltigen Tröpfchen in etwa fliegen. Kranke Erwachsene haben für zeitweilig distanziertes Verhalten Verständnis. Anders ist das bei Kindern, die gerade im erkrankten Zustand die körperliche Nähe suchen. Wer um seine eigene Gesundheit sehr besorgt ist, kann sich dabei mit einem Mundschutz behelfen. Er sorgt dafür, dass die abgegebene Tröpfchen nicht soweit fliegen. Dabei sollte der Erkrankte den Mundschutz tragen und diesen auch regelmäßig wechseln. Inwieweit das ein Kind das mitmacht, bleibt fraglich. Wichtig ist außerdem regelmäßig stoßweise zu lüften. Das reduziert die Zahl der Viren in der Zimmerluft.

Gesunde dürfen nach draußen

„Wir beobachten selten, dass in einer Familie komplett alle von der Schweinegrippe betroffen sind, erklärt Krombholz, „oft sind es nur ein bis zwei Personen, die daran erkranken, meist die jüngeren.“ Deshalb müssen nicht automatisch alle Familienmitglieder, auch Gesunden, zu Hause bleiben. „Bei der Schweinegrippe handelt es sich um keine wirklich lebensbedrohliche Erkrankung“, erklärt der Experte. „Die Isolation einer kompletten Familie halte ich daher für absolut übertrieben.“ Allerdings sollte man sehr genau auf erste Anzeichen achten und bei Unwohlsein lieber mal einen Termin absagen, als sich noch in die Arbeit zu schleppen. Ansteckend ist die Schweinegrippe übrigens etwa eine Woche. „Acht bis zehn Tage nach Auftreten der Symptome, gehen wir von einer Ansteckungsgefahr aus“, so Krombholz, „in Ausnahmefällen kann es auch etwas länger dauern.
Empfohlene Maßnahmen im Überblick
 
  • Auf erste Krankheitsanzeichen achten.
  • Möglichst nicht im selben Zimmer mit der erkrankten Person schlafen, besser ist ein separater Raum.
  • Auf eigenes Ess- und Trinkgeschirr sowie Handtücher achten.
  • Bettwäsche, Handtücher, Ess- und Trinkgeschirr häufig und gründlich reinigen.
  • Regelmäßig und gründlich mit Seife die Hände waschen.
  • Auch Türgriffe, Telefonhörer und sanitäre Einrichtungen regelmäßig säubern.
  • Möglichst wenig engen körperlichen Kontakt zur erkrankten Person.
  • Regelmäßiges Lüften des Zimmers.

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