Seit Jahren sagen Experten die große Erstsemesterwelle voraus. Zu Semesterbeginn rollt sie auch tatsächlich wieder heran. Bei den Universitäten und Fachhochschulen gehen 20 bis 50 Prozent mehr Bewerbungen ein, berichtete die Deutsche Presseagentur (dpa) zum Wintersemester 2011/2012. Bis zu eine halbe Million Studienanfänger wurden erwartet - gegenüber im vergangenen Sommer- und Wintersemesters zusammen nur 443 000 Erstsemestern.
Für den Ansturm gibt es gleich mehrere Gründe: die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge drängen an die Unis – und das teils wegen der von neun auf acht Jahre verkürzten Gymnasialzeit („G8“) in doppelten Abiturjahrgängen, etwa in Bayern und Niedersachsen. Der Wegfall der Wehrpflicht spült rund 50.000 zusätzliche Erstsemester an. „2011 dürfte das absolute Rekordjahr werden und bleiben“, glaubt Dieter Dohmen vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS). Und der Andrang hält auch zu Beginn des Sommersemesters an.
Als wäre es nicht so schon schwer genug für Erstis. Die meisten beginnen ihren neuen Lebensabschnitt ohnehin mit einem Orientierungs- und Hürdenlauf. Anders als an der Schule, müssen sie sich um alle Informationen und Formalitäten selbst kümmern. Dabei stehen ihnen allerdings Helfer in zahlreichen Anlaufstellen zur Seite.
Die Homepages der Unis und Fachbereiche listen die wichtigsten Informationen auf: Termine für die Einführung in Bibliothek oder Rechnerpool und die jeweiligen Fächer. Dazu zählen auch Links zu Prüfungsbüro oder Dekanat sowie Fachschaften oder Studierendenvertretungen. Sie bieten Einführungs- und Kennenlernveranstaltungen und beraten die Jungstudenten bei Fragen und Problemen, etwa bei der Zusammenstellung des Stundenplans.