Konjunktureinbruch, Auftragsrückgang, Insolvenz – die Finanzkrise hat eines gelehrt: den Job kann man schnell verlieren. deshalb muss man flexibel bleiben. Eine Weiterbildung macht einen wettbewerbsfähig.
Lebenslanges Lernen verspricht eine hervorragende Rendite. „Das ist ein wichtiges Instrument, um auf lange Sicht Arbeitslosigkeit zu verhindern“, sagt Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. So erhöhe man seine Chancen, auf dem Arbeitsmarkt bis ins hohe Alter attraktiv zu bleiben. Es gibt zahlreiche finanzielle Förderungen. Seit 2009 gibt es das „Weiterbildungssparen“ des Bundesbildungsministeriums.
„Einmal erworbenes Wissen veraltet in immer kürzeren Abständen“, sagt Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn. „Die Bedeutung von Weiterbildung steigt kontinuierlich an.“ Allerdings hinken die Deutschen im europäischen Vergleich hinterher – fürs Lernen wird zu wenig Geld ausgegeben. Kein Wunder, denn Kurse und Lehrgänge sind teuer. Bis zu 6.000 Euro kostet es, das Abitur nachzumachen, bei einer der bekannten Fernakademien wie ILS, Studiengemeinschaft Darmstadt oder Fernakademie für Erwachsenenbildung. Auch das Englisch aufzufrischen kostet zwischen 300 und 1.000 Euro, je nach Umfang. Was sind die wichtigsten Fördermittel, mit denen sich der Eigenanteil reduzieren lässt?
Weiterbildungssparen
Seit 2009 kann man über das sogenannte Weiterbildungssparen eine Fortbildung finanzieren. Arbeitnehmern, die eine Arbeitnehmersparzulage erhalten, dürfen von dem Ersparten etwas für die Finanzierung einer Weiterbildungsmaßnahme abzweigen.
Bildungsprämie
Arbeitnehmer, die nicht mehr als 25.600 Euro brutto im Jahr (Alleinstehende) bzw. 51.200 Euro (Zusammenveranlagte) verdienen, erhalten einen Zuschuss von maximal 500 Euro pro Jahr. Voraussetzung: Sie haben dieselbe Summe auch selbst in die Maßnahme investiert.
Bildungsgutschein
Arbeitslose und bestimmte Beschäftigte, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, können umfangreich von der Arbeitsagentur oder der Grundsicherungsstelle gefördert werden. Es werden Lehrgangskosten bezuschusst, aber auch Fahrt-, Unterbringungs- und Kinderbetreuungskosten.
Meister-Bafög
Handwerker und Fachkräfte aller Berufsbranchen können von Meister-Bafög profitieren, eine Mischung aus Zuschuss und zinsgünstigem Darlehen. Neu seit 2009: Auch Altenpfleger und Erzieher können gefördert werden. Eine typische Fortbildung ist die vom Handwerksgesellen zum Meister.
Stipendien
Auch für Nicht-Akademiker oder ältere Berufstätige gibt es Stipendien. Die Förderung reicht von Auslandsaufenthalten, über Sprachkurse bis hin zu ganzen Studiengängen. Bekannt ist vor allem die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung (SBB). Es gibt auch Aufstiegsstipendium für begabte Fachkräfte, die erstmals ein Studium starten wollen.
Steuerliche Vergünstigungen
Nicht zuletzt gewährt der Fiskus Steuernachlass, wenn man Geld für die eigene Bildung ausgibt. „Eine Weiterbildung lohnt sich steuerlich meist erst dann, wenn die Kosten nicht der privaten Lebensführung zuzuordnen sind, sondern in den Bereich der Werbungskosten fallen und damit voll abzugsfähig sind“, sagt Steuerberater Michael Lettl aus München. Steht der Lehrgang nicht in direktem Zusammenhang mit dem erlernten oder ausgeübten Job, können immerhin noch Sonderausgaben geltend gemacht werden, allerdings maximal 4.000 Euro.