Die Experten der Deutschen Steuergewerkschaft sehen in dem Abkommen einen „Schlag ins Gesicht des ehrlichen Steuerzahlers“. Die Opposition schäumt, weil die Bundesregierung sich an der Rettung des Geschäftsmodells von Schweizer Banken beteilige.
Und ein Vertreter des Bundes Deutscher Kriminalbeamter kommentiert auf biallo.de das Abkommen als „staatlich gesteuerte Strafvereitelung in historische Dimension“. Es passt in das Bild, dass diese nur noch von einer Minderheit unterstützte Bundesregierung abgibt: Sie betreibt einmal mehr Klientelpolitik - überspitzt zusammengefasst: erst die Hoteliers, jetzt die Steuerhinterzieher.
Wer sich einmal von einem Steuerberater die Besonderheiten einer Lohnsteuer- und Betriebsprüfung hat schildern lassen, bei denen jeder kleine Beleg gewendet, gewichtet und steuerlich bewertet wird, der kann über dieses Abkommen nur den Kopf schütteln. Immer wieder gibt es für Steuerstraftäter Sonderbehandlungen, wie etwa die von Hans Eichel initiierte, letztlich gescheiterte Amnestie, und jetzt dieses Abkommen. Milliarden von Steuereinnahmen werden unter Hinweis auf drohende Verjährung von Ansprüchen abgeschrieben. Der an den Tag gelegte Pragmatismus soll zunächst einen Ertrag (als erste Vorauszahlung) von 1,8 bis zwei Milliarden Euro – bezogen auf eine Summe von 130 bis 180 Milliarden Euro – einbringen. Das ist ein bisschen wenig für den Schaden, den Finanzminister Wolfgang Schäuble und seine Mitstreiter mit diesem Abkommen anrichten.
Statt der „Discount-Steuer“ und Straferlass für Täter und Gehilfen sollte man die Verjährungsfristen für Steuerhinterziehung verlängern - und nicht (einmal mehr) einen deutschen Sonderweg beschreiten. Die Regierungsparteien unterhöhlen die ohnehin fragile Steuermoral. Campact hat unterdessen eine
Unterschriftenaktion gegen dieses Abkommen initiiert. Rund 14.000 Bürger haben dort bereits unterzeichnet.