Diese hohe Summe erklärt sich vor allem daher, dass in den kommenden Jahren eine Generation zu Erblassern wird, die ihr Vermögen weitgehend ausschließlich in den Jahren des sogenannten Wirtschaftswunders der Nachkriegszeit erworben haben. „Es ist die einkommensstärkste und vermögendste Erbengeneration, die Deutschland je gesehen hat", sagt Reiner Braun, Autor der Studie.
Verteilung der Vermögensbestände sehr ungleich
Die meisten Erben erhalten wenig, wenige erhalten viel. Der Durchschnittswert einer
Erbschaft wird laut DIA in den kommenden zehn Jahren bei 305.000 Euro liegen, pro Erben bei etwa 153.000 Euro. Dabei treiben allerdings vor allem wenige sehr große Erbschaften den Durchschnittswert nach oben. Laut Studie umfasst die Erbschaft in lediglich 0,2 Prozent der Fälle mehr als 250.000 Euro, in 33 Prozent der Fälle zwischen 150.000 und 250.000 Euro. 28 Prozent der Erbschaften machen dagegen weniger als 25.000 Euro aus, jeder zehnte Erbe geht sogar völlig leer aus.
Hohe Freibeträge
Was ein schöner Trotz ist: Die allermeisten von uns müssen sich überhaupt keine Gedanken zum
Thema Erbschafts- oder Schenkungssteuer machen. Das liegt an den hohen Freibeträgen, die der Fiskus uns einräumt. Ehegatten können sich bis zu 500.000 Euro steuerfrei zukommen lassen, Kindern und Enkel können Sie bis zu 400.000 bzw. 200.000 Euro steuerfrei hinterlassen.
Die Studie macht auch deutlich, dass wegen der ungleichen Verteilung des zu vererbenden Vermögens die eigene Vermögensbildung und Altersvorsorge für die meisten Erben unerlässlich bleiben wird. Seit langem seien die Wachstumsraten in Deutschland nicht mehr so hoch wie in früheren Jahrzehnten. Die Menschen müssten
mehr in die eigene Altersvorsorge investieren, also bleibe später weniger zum Vererben. Schließlich führe auch die steigende Lebenserwartung dazu, dass die Rentner mehr vom eigenen Vermögen aufbrauchen. Zudem sind sie häufig auch konsumfreudiger. In Zukunft wird das Erbschaftsvolumen also schrumpfen.
Fazit: Die, die selbst schon viel haben, erben auch am meisten. Diejenigen aber, die es dringend bräuchten, um ihre fehlende Altersvorsorge zu kompensieren, erben am wenigsten. „Eigene Vorsorge bleibt also Pflicht“, sagt DIA-Sprecher Bernd Katzenstein.