LKW, Busse, und bemerkenswerterweise auch Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge über 3,5 Tonnen müssen nur auf der Antriebsachse mit Winterreifen ausgestattet sein. Der Verdacht ist nicht von der Hand zu weisen, dass nun der allgegenwärtige Lobbyismus auch in die Straßenverkehrssicherheit hineinreicht.
Die Ausnahmereglung für den Schwerverkehr bedeutet längere Bremswege für diese Fahrzeuge – und deutlich mehr Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Denn wenn auf allen Achsen entsprechende Winterbereifung bestünde, dann würde sich der Bremsweg um rund 50 Prozent verringern, mahnt der Deutsche Anwaltverein. Ein deutliches Plus an Sicherheit, abgesehen von vermeidbaren Kosten, die Staus für jeden einzelnen bedeuten. Für einen LKW-Winterreifen ist ungefähr mit 350 Euro zu kalkulieren; Kosten, die man der Spediteurslobby offenbar nicht zumuten wollte.
Verbrauchern hingegen drohen nunmehr folgende Bußgelder (plus jeweils einen Flensburg-Punkt): 40 Euro für alle, die trotz
Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte ohne Winterreifen unterwegs waren; 80 Euro, wer dadurch andere behinderte, 100 Euro, wer andere gefährdete und 120 Euro, wenn es zum Unfall kam. Kleiner Trost: Wer dauerhaft parkt, braucht keine Winterreifen.