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13.03.2014 17:11

Abgeltungsteuer und Anlage KAP Sieben Tipps für die Steuererklärung

von Brigitte Watermann Autor
Bereits seit Anfang 2009 gelten die Regeln der Abgeltungsteuer. Eigentlich sollte sie die Besteuerung von Kapitalerträgen einfacher machen und den lästigen Papierkram mit den Steuererklärungsformularen zu vermeiden helfen. Doch ganz so einfach ist es nicht.
Abgeltungsteuer und Anlage KAP Zehn Tipps für die Steuererklärung Finanzportal Biallo.de
Depotgebühren, Freibeträge, Einkommensgrenzen - nur wer sich im Steuerrecht auskennt, kann dem Fiskus ein Schnippchen schlagen
Durch die Abgeltungsteuer ist die Einkommensteuer auf Kapitalerträge – wie es der Name sagt – grundsätzlich abgegolten, die Bürger können auf die Abgabe der Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) bei ihrer Steuererklärung eigentlich verzichten. Doch die Realität sieht anders aus: Manche Anleger sind weiterhin verpflichtet, ihre Kapitalerträge detailliert dem Fiskus zu offenbaren. Und für andere wiederum kann sich die freiwillige Abgabe der Anlage KAP lohnen. Biallo.de erläutert, wer abgeben muss und wer abgeben sollte.
 
So mancher ist in der Pflicht, die Anlage KAP abzugeben:

Tipp 1 - Anleger mit Auslandsdepot
Sie führen Ihr Depot nicht bei einer deutschen Bank, sondern im Ausland? Dann interessiert sich der deutsche Fiskus trotzdem dafür. Allerdings schert sich die ausländische Bank nicht um die deutsche Abgeltungsteuer und führt sie folglich nicht ab. Anleger müssen daher ihre Auslandserträge detailliert in der deutschen Steuererklärung angeben; sie werden dann dem Abgeltungssatz von 25 Prozent unterworfen. Hinzu kommen noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Abgeltungsteuer sowie die Kirchensteuer (in Bayern und Baden-Württemberg acht Prozent, im übrigen Bundesgebiet neun Prozent der Abgeltungsteuer).

Tipp 2 - Anleger mit thesaurierenden Auslandsfonds im Inlandsdepot
Anleger, die ihre Anteile an thesaurierenden Auslandsfonds verkaufen, müssen auf der Hut sein. Denn die deutsche Depotbank behält auf den gesamten aufgelaufenen Wertzuwachs sämtlicher Vorjahre Abgeltungsteuer ein. Wenn der Anleger jedoch in den Vorjahren seine Steuererklärung richtig gemacht hat, hat er die jährlich thesaurierten Erträge bereits in den Vorjahren versteuert. Denn auch thesaurierte laufende Erträge unterliegen jährlich der Abgeltungsteuer. Es droht also eine Doppelbesteuerung, wenn Anleger nicht aufpassen. In der Steuererklärung des Verkaufsjahres muss der Anleger deshalb die überhöhten Steuerabzüge bei ausländischen thesaurierenden Fonds zurückverlangen.

Tipp 3 - Anleger, die Zinsen aus privaten Darlehen kassiert haben
Der Fiskus interessiert sich nicht nur für Zinsen, die auf Bankkonten aufgelaufen sind, sondern auch für privat kassierte Zinsen – mit der Folge, dass sie in der Anlage KAP zu deklarieren sind. Aufgepasst: In zwei Fällen verlangt der Fiskus auf privat erwirtschaftete Zinserträge Steuern nach dem individuellen Steuersatz und nicht nach dem Abgeltungsatz - wenn sich nahe Angehörige Geld leihen oder ein Gesellschafter seiner Firma ein Darlehen gibt und daraus Zinsen kassiert. Übrigens: Bei Kapitalerträgen, die dem normalen Steuertarif unterliegen, dürfen sogar weiterhin Werbungskosten geltend gemacht werden.

Tipp 4 - Manche kirchensteuerpflichtigen Anleger
Kirchenmitglieder sind in der Pflicht, ihre Kapitalerträge beim Fiskus anzugeben, sofern sie für das jeweilige Steuerjahr ihre Bank nicht angewiesen hatten, die Kirchensteuer auf ihre Kapitalerträge direkt mit einzubehalten. Wer dagegen seine Konfession bekannt gegeben hatte, dem hat die Bank nur eine ermäßigte Abgeltungssteuer von 24,44 Prozent berechnet. Darin spiegelt sich wieder, dass der Anleger die gezahlte Kirchensteuer als Sonderausgaben steuerlich geltend machen darf.

Wichtig: Ab Januar 2015 sollen die Banken automatisch auch die auf Kapitalerträge fällige Kirchensteuer einbehalten und direkt an den Fiskus abführen. Wer damit nicht einverstanden ist, kann beim BZSt einen sogenannten Sperrvermerk setzen und damit die Informationsweitergabe untersagen. Die Banken nehmen in der Folge dann keinen Kirchensteuerabzug vor. Allerdings wird das BZSt zu Kontrollzwecken die Steuerbürger mit Sperrvermerk an ihre zuständigen Finanzämter melden – damit sichergestellt wird, dass jeder auch seiner Pflicht nachkommt, die Kirchensteuer zu zahlen. Denn wer den automatischen Abzug ablehnt, muss der Kirchensteuerpflicht über die jährliche Steuererklärung nachkommen. Das ist natürlich mit einigem Aufwand verbunden.
 
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Tipp 5 - Steuerzahler mit geringem Einkommen
Anleger mit niedrigem Einkommen und einem Grenzsteuersatz von weniger als 25 Prozent, sollten ihre gesamten Kapitalerträge freiwillig mit dem Fiskus abrechnen. Denn dann werden auf Kapitalerträge nicht 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig, sondern nur der individuelle, niedrigere Steuersatz. Über die so genannte Günstigerprüfung berechnen die Steuerbeamten automatisch, ob man mit dem Individualtarif oder mit der Abgeltungsteuer besser fährt. Zuviel gezahlte Abgeltungsteuer gibt es dann zurück.

Tipp 6 - Vergessener oder falscher Freistellungsauftrag
Haben Anleger den Freistellungsauftrag vergessen oder ihrer Bank nicht in ausreichender Höhe erteilt, können sie zuviel einbehaltene Steuer nur über die Steuererklärung zurückholen. Bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags, der bei Einzelpersonen 801 Euro, bei Verheirateten 1.602 Euro beträgt, dürfen Bürger ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags sind dann vollständig steuerfrei.

Tipp 7 - Depotübergreifende Verlustverrechnung
Anleger mit Depots bei mehreren Banken oder Fondsgesellschaften können ihre Börsenverluste nur über die jährliche Steuererklärung für das betreffende Jahr mit anderen positiven Kursgewinnen verrechnen lassen. Allerdings müssen sie dazu bis zum 15. Dezember des jeweiligen Jahres eine Verlustbescheinigung bei der Depotbank beantragen. Wer diesen Stichtag verpasst hat, braucht Geduld. Die Bank hat die Verluste auf neue Rechnung für das Folgejahr vorgetragen. Verloren geht also nichts. Wer dann Verluste über die Steuerklärung verrechnen möchte, sollte rechtzeitig vor dem nächsten Stichtag 15. Dezember eines jeden Jahres bei der Depotbank die Verlustbescheinigung für das Folgejahr beantragen.


 
Leserkommentare
26.03.2014 11:05 Uhr - von Rüdiger Steinacher
Ausländische Einkünfte
Ausländische Einkünfte, z.B. aus Österreich werden in der KAP Zeile 59 eingetragen nicht in AUS
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