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26.10.2010 15:20

Abgeltungsteuer

Fiskus kann jetzt Kapitalerträge richtig abrechnen

von
Steuer Abgeltungsteuer Fiskus Computerproblem Finanzportal Biallo.de
Eigentlich sollte mit Einführung der Abgeltungsteuer alles einfacher werden
Anleger, die die Anlage KAP zur Steuererklärung ausgefüllt hatten, mussten sich dieses Jahr in Geduld üben: Der Fiskus bekam die korrekte Abrechnung insbesondere von Altverlusten mit seiner EDV nicht auf die Reihe – kurzfristige Änderungen an der Abgeltungsteuer Ende 2009 gelten als Auslöser des Problems.
Doch wie das bayerische Finanzministerium bestätigt, verfügen die Steuerverwaltungen seit diesem Monat über eine Software, die in der Lage ist, die Anlage KAP weitestgehend korrekt zu verarbeiten. Die Steuererklärungen von hunderttausenden Privatanlegern sollen damit endlich bald abgearbeitet werden.

Ein Problem gibt es wohl immer noch dann, wenn nach einer Verrechnung von Verlusten aus 2009 weiterhin Verluste bestehen bleiben. Aber auch diese Schwierigkeit soll laut Bayerischem Finanzministerium ab Anfang November gelöst sein.
Das Ausfüllen der Anlage KAP kann lohnen

Eigentlich hätte mit Beginn der Abgeltungsteuer alles einfach werden sollen - für die Bürger und den Fiskus. Denn seit 2009 treiben die Banken mit Sitz in Deutschland die Abgeltungsteuer auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne mit Wertpapieren, die ab 2009 den Weg ins Depot fanden, ein. Eigentlich wäre damit die Deklaration der Kapitalerträge, sprich das Ausfüllen der Anlage KAP, gar nicht mehr erforderlich. Doch die Realität sieht anders aus: Wer etwa Altverluste aus den Jahren vor dem Start der Abteltungsteuer verrechnen möchte, muss Kapitalerträge deklarieren. Auch die freiwillige Angabe kann in vielen Fällen lohnenswert sein.

Nicht nur dem Fiskus, auch den Banken hatte ein erst Ende 2009, also fast ein Jahr nach Start der Abgeltungsteuer herausgegebenes Schreiben aus dem Bundesfinanzministerium mit Detailänderungen so manche Schwierigkeit bereitet. Daher hatten Bankkunden dieses Jahr zunächst zum Teil deutlich länger als üblich auf ihre Steuerbescheinigungen der Banken warten müssen. Und dann kamen die Probleme der Finanzämter selbst hinzu. Doch nun scheint es nur noch eine Frage von Tagen zu sein, bis allerorten die Abrechnung der Kapitalerträge richtig funktioniert.
Leserkommentare
29.10.2010 13:59 Uhr - von borsellini
Skandalöse Umsetzung eines Gesetzes
Ja, skandalöser kann man ein sog. "Vereinfachungsgesetz" nicht umsetzen. Erst fehlende, dann nicht funktionierende Software ! Nun noch Probleme bei verbliebenen Verlusten. Das alles auf dem Hintergrund einer anstehenden Steuerreform - das lässt nichts Gutes erwarten. Man fragt sich, welche IT-Fachleute sind da tätig ?
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