Wenn es darum geht, Menschen ihr Erspartes aus der Tasche zu ziehen, sind unseriöse Anlagefirmen äußerst erfinderisch – mit Erfolg. Anleger verlieren in Deutschland jedes Jahr nach Schätzungen von Verbraucherschützern 30 Milliarden Euro durch dubiose Kapitalanlagen auf dem sogenannten Grauen Kapitalmarkt, der keiner staatlichen Kontrolle unterliegt.
Derzeit finden Finanzhaie besonders leicht Opfer: Viele Anleger haben in der Finanzkrise Geld – und das Vertrauen zu ihrer Bank – verloren. Sie sind deshalb auf der Suche nach Alternativen. Die sollten sie aber nicht auf dem Grauen Kapitalmarkt suchen, wo in der Regel weitere Verluste drohen.
Gefährlicher Genuss
Renditen von mehr als zwei bis drei Prozent sind für festverzinsliche und hundertprozentig sichere Anlagen derzeit kaum zu bekommen. Trotzdem gibt es immer wieder Anbieter, die Zinsen von sechs, sieben oder mehr Prozent versprechen - vor allem mit Genussrechten. Was zunächst attraktiv aussieht, ist jedoch mit hohen Risiken verbunden. Darauf macht die Direktbank ING-Diba aufmerksam: „Erwirtschaftet der Emittent, also der Herausgeber der Genussrechte, Verluste, kann die Zahlung der Zinsen ausfallen. Muss das Unternehmen Insolvenz anmelden, verliert der Anleger seinen Einsatz womöglich sogar komplett“, warnt das Geldinstitut. Anleger sollten deshalb um solche Offerten lieber einen großen Bogen machen.