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09.12.2011 10:19

Bio-Benzin

Verwirrung um E10

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Anfang 2011 wurde der Bioethanolanteil im Super-Benzin auf bis zu zehn Prozent angehoben. Doch Millionen Autos in Deutschland vertragen diesen neuen Kraftstoff nicht. Worauf Sie achten müssen.
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E10: An deutschlands Zapfsäulen herrscht Unsicherheit
Die Einführung von E10 ist das Ergebnis einer EU-Richtlinie, die die Bundesregierung Anfang 2011 umgesetzt hat. Seitdem müssen die Tankstellen den neuen Kraftstoff bereit halten, der bis zu zehn Prozent Bioethanol enthält. Schon vorher betrug der Anteil im Benzin übrigens bis zu fünf Prozent Ethanol, was die gängigen Motoren – bis auf wenige Ausnahmen – aber problemlos verkraftet haben. Zehn Prozent Ethanolanteil aber nehmen viele Fahrzeuge übel.

Vor allem ältere Modelle mit zehn und mehr Jahren "auf dem Buckel" sind betroffen. Leider gilt das aber auch für einige beliebte "junge Alte", die erst zwischen drei und sechs Jahren alt sind, wie den VW Polo und Golf IV und V mit FSI-Motor, einige Audi- und viele Fiat-Modelle.
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Nach Expertenschätzungen sind knapp drei Millionen – und damit etwa zehn Prozent aller benzinbetriebenen PKW - ungeeignet für den Betrieb mit dem neuen Ethanolsprit. Die gute Nachricht vorweg: Vorerst soll es das „alte“ Benzin, mit nur fünf Prozent Ethanol-Anteil, auch weiterhin noch an deutschen Tankstellen geben - allerdings zu "saftigen" Preisen. Die schlechte Nachricht gleich hinterher: Einmal falsch Tanken reicht, um den Motor unwiederbringlich zu schädigen.

Wozu eigentlich E10?

Bioethanol ist ein alternativer Kraftstoff, der aus nachwachsenden zucker- und stärkehaltigen Pflanzen, wie Weizen, Mais und Zuckerrohr, gewonnen wird. Er gilt als emissionsneutral, da er bei der Verbrennung nicht mehr CO2 in die Atmosphäre abgibt, als die Pflanze beim Wachstum vorher aufgenommen hat. Experten bezweifeln dies allerdings, da bei Anbau und Verwertung mehr Treibhausgase freigesetzt werden, als die Pflanzen einsparen könnten.

Mit der Erhöhung des Ethanolanteils im Benzin setzt die Bundesregierung nun eine bestehende EU-Verordnung um. Ziel dieser Verordnung ist, laut Bundesumweltministerium, den CO2-Ausstoß der Autoabgase zu senken und damit auch die knapper werdenden Erdölreserven zu schonen. Allerdings werden dafür riesige Anbauflächen genutzt, die dann nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen. Angesichts rund einer Milliarde hungernder Menschen auf der Welt fatal.
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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
10.03.2011 21:22 Uhr - von Brigitte Sielaff
Abzocke
warum hilft uns nicht der ADAC nicht? Es sind ja nicht nur die Pendler, sondern auch die schlecht verdienenden Menschendie sich das E-10 und das alte Auto nicht leisten können. Ich denke, wir haben doch alle einen gesunden Menschenverstand, warum wehren wir uns nicht???
09.03.2011 08:57 Uhr - von Marco Meier
E10
Ich finde E10 völlig in Ordnung, da in Frankreich viel geringere Standards angesetzt sind, jedoch kam noch kein Fahrzeug zu schaden, also kann unser E10 gar nicht so schlecht sein.
09.03.2011 03:27 Uhr - von Lutz Meier
Auf keinen Fall E10 tanken!
Ethanol ist eine hygroskopische Flüssigkeit (zieht stark Wasser), greift zudem den Kraftstoffkreislauf und die Abgasanlage an (Dichtungen, Schläuche, Benzinpumpe, Endschalldämpfer rostet schneller weg etc.) und korrodiert stark Metalle wie Aluminium (Stichwort Motor Alkoholate). Ergebnis ist im "günstigen Fall" häufiger Ölwechsel (ggf. mit Ölfilter) und höherer Verschleiß. An E10 profitiert der Staat (Steuern), Automobilindustrie (EU CO2 Quote wird gedrückt), Bauern (Profit durch Energiepflanzen), Ethanolproduzenten (z.B. Südzucker) und Werkstätten (höherer Verschleiß). In Brasilien fahren sie auch mit Biosprit? ...ja natürlich, deswegen liefern die Autobauer dort auch umgerüstete Fahrzeuge hin (Stichwort Brasilien Umrüstung Biosprit). Eine EU-Richtlinie die E10 vorschreibt? ...gibt es nicht. Darum setzen andere EU Länder z.B. lieber auf umweltfreudlichere Autos (z.B. Förderung von Hybridfahrzeuge), um die Vorgaben bis 2020 zu erfüllen (10% erneuerbare Energien im Transportsektor). Die "Positivliste" (Dat-Liste) ist eigentlich nur eine Liste von Automarken, die nicht sofort "verrecken" wenn man den neuen Kraftstoff tankt. Bei älteren oder gebraucht gekauften Fahrzeugen kommt hinzu, das niemand weis, ob bei früheren Reparaturen E10 verträgliche Teile verwendet wurden. Die Dat-Liste der Fahrzeughersteller ist also eher was fürs Altpapier und die Beweislast trägt in jedem Fall der Kunde. Nur der Autofahrer ist der Dumme, weil der zahlt die Rechnung.
08.03.2011 17:59 Uhr - von Bert12
Abzocke
Eigentlich wurde im Gesetz ja vollmundig versprochen, dass der alte Super-Kraftstoff auch weiterhin angeboten werden muss. Dann hätten die Verbraucher eine wirkliche Wahlfreiheit gehabt. Jetzt plötzlich verlangt die Mineralölindustrie für Super denselben Preis wie für Super Plus und zockt damit alle, die E10 nicht tanken können oder wollen, aufs unverschämteste ab. Und das allerschlimmste: Umweltminister Röttgen ist der Verstoß gegen die ursprüngliche Absicht des Gesetztes völlig egal! Er lässt die verbraucher hilflos im Regen stehen. Bleibt nur zu hoffen, dass Verbraucherschutzorgnisationen oder der ADAC gegen diese Missachtung des Gesetzes klagen und sich auf die Seite der Bürger stellen.
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