Mann oder Frau liegt entspannt im Garten und sonnt sich, einige Monate später kann das die ganze Welt im Internet bewundern. Es gibt viele Situationen, in denen Menschen nicht fotografiert werden wollen und schon gar nicht wenn die Aufnahmen öffentlich werden – und dennoch geschieht es wegen „Google Streetview“.
Auf solche Kleinigkeiten können die Kameras des Internet-Konzerns Google keine Rücksicht nehmen, wenn sie auf Autos montiert, automatisiert Deutschlands Straßen, Häuser und Wohnungen abfotografieren. Ein weiteres Problem: Mit Google Streetview kann jeder Internet-Nutzer fremde Adressen überprüfen und sich ein Bild über die Wohnsituation einer beliebigen Zielperson machen – ohne dass diejenige das überhaupt merkt.
In Deutschland lässt Google bereits seit 2008 für sein Angebot
Google Street View fotografieren, noch in diesem sollen die Aufnahmen der 20 größten Städte online sein. Das Ziel: Die Einzelaufnahmen werden technisch so verknüpft, dass Internet-Nutzer später virtuelle Rundgänge unternehmen können. Street View ist eine Ergänzung zu Google Maps, einem Angebot unter dem man die Welt dank Satellitenfotos aus der Vogelperspektive betrachten kann.
Keine wirksame Anonymisierung
Google hat nach Einspruch von Datenschützern zugesagt, Gesichter und Autonummern vor der Veröffentlichung unkenntlich zu machen. Deutschen Verbraucherschützern reicht das nicht aus. Die eingesetzten Verfahren führen nicht in jedem Fall zu einer wirksamen Anonymisierung, heißt es auf der Website der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Vereinzelt erkenne die Software das Gesicht oder Kennzeichen nicht als solches. Außerdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine Person oder ein Fahrzeug aufgrund besonderer Merkmale erkannt werde.