Jahr für Jahr fallen hunderttausende Anleger auf dubiose Finanzberater herein. Das liegt auch daran, dass die Verkäufer am Grauen Kapitalmarkt wissen, wie sie Menschen vom Kauf eines Produkts überzeugen können, das nicht zu ihnen passt, zu viel kostet oder zu riskant ist. Die Psychotricks und Gesprächsmaschen unseriöser Anlageberater lassen sich jedoch durchschauen.
Seriöses Auftreten
Dubiose Finanzverkäufer treten in der Regel sehr gepflegt auf. Anzug, Krawatte, polierte Schuhe, gewählt Ausdrucksweise. „Davon sollten sich Anleger nicht blenden lassen“, sagt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Julius Reiter, der auf Kapitalanlagerecht spezialisiert ist.
Schöne Visitenkarte
Egal, was darauf steht oder als was sich der Finanzverkäufer ausweist – das ist noch lange kein Gütesiegel für gute Beratungsqualität. Das Berufsbild eines Finanzberaters ist in Deutschland nicht geregelt. „Häufig werden Berater für den Verkauf eines bestimmten Produkts geschult und dann ohne weitere besondere Kenntnisse auf die Anleger losgelassen“, sagt Reiter.
Beliebte Köder
Viele Bank- und Versicherungskunden haben in der Wirtschaftskrise Geld verloren. Gleichzeitig haben Millionen Deutsche Angst vor einer starken Inflation wegen der wachsenden Staatsverschuldung. Darauf haben sich die Anlagehaie eingestellt. „Sie ködern Kunden mit dem Hinweis, das Geld fließe in sichere Sachwerte, sei inflationsgeschützt und gut für die Altersvorsorge“, sagt Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Nach den Erfahrungen von Gottschalk haben gerade die Deutschen große Angst vor Verlusten. „Die Berater betonen deshalb auch gerne, dass Verluste ausgeschlossen sind.“