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28.09.2011 14:18

Erben in Deutschland

Keine Angst vor der Erbschaftsteuer

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Bis 2020 werden in Deutschland voraussichtlich Vermögensbestände im Umfang von 2,6 Billionen Euro vererbt werden. Doch die meisten Erben müssen sich gar keine Gedanken um die Erbschaftsteuer machen.
Erben in Deutschland Keine Angst vor der Erbschaftsteuer Finanzportal Biallo.de
Mehr als ein Viertel des gesamten Vermögensbestandes der privaten deutschen Haushalte von rund 9,4 Billionen Euro wird wohl bis zum Jahr 2020 vererbt. Das geht aus der neuesten Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), das der Deutschen Bank gehört, hervor. Diese hohe Summe erklärt sich vor allem daher, dass in den kommenden Jahren eine Generation zu Erblassern wird, die ihr Vermögen weitgehend ausschließlich in den Jahren des sogenannten Wirtschaftswunders der Nachkriegszeit erworben haben. „Es ist die einkommensstärkste und vermögendste Erbengeneration, die Deutschland je gesehen hat", sagt Reiner Braun, Autor der Studie.

Wenige erben viel – viele wenig

Die Verteilung der Vermögensbestände ist allerdings sehr ungleich: Die meisten Erben erhalten wenig, wenige erhalten viel. Der Durchschnittswert einer Erbschaft wird laut DIA in den kommenden zehn Jahren bei 305.000 Euro liegen, pro Erben bei etwa 153.000 Euro. Dabei treiben allerdings vor allem wenige sehr große Erbschaften den Durchschnittswert nach oben. Laut Studie umfasst die Erbschaft in lediglich in 0,2 Prozent der Fälle mehr als 250.000 Euro, in 33 Prozent der Fälle zwischen 150.000 und 250.000 Euro. 28 Prozent der Erbschaften machen dagegen weniger als 25.000 Euro aus, jeder zehnte Erbe geht sogar völlig leer aus.

Betrachtet man die aktuellen Freibeträge für Erbschaften - Ehegatten können bis zu 500.000 Euro, Kinder bis zu 400.000 Euro und Enkel bis zu 200.000 Euro steuerfrei erben - , so dürfte sich die Masse der Nachlassempfänger keine Sorgen um anfallende Erbschaftsteuern machen müssen.
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West-Ost-Unterschiede

In der Regel sind Erbschaften, bei denen Immobilien mit im Spiel sind, deutlich wertvoller als andere Erbschaften. Aus diesem Grund fallen Nachlässe im Osten Deutschlands durchschnittlich niedriger aus. Hier werden in weniger als jedem dritten Erbfall auch Immobilien vererbt, im Westen dagegen in mehr als der Hälfte der Fälle. Zudem sind die Immobilien im alten Bundesgebiet meistens deutlich wertvoller. Beim vererbten Geldvermögen schneidet der Osten ebenfalls schlechter ab, doch sind die Ost-West-Unterschiede hier geringer.

Eigener Vermögensaufbau für die meisten weiter ein Muss


Die Studie macht auch deutlich, dass wegen der ungleichen Verteilung des zu vererbenden Vermögens die eigene Vermögensbildung und Altersvorsorge für die meisten Erben unerlässlich bleiben wird. Seit langem seien die Wachstumsraten in Deutschland nicht mehr so hoch wie in früheren Jahrzehnten. Die Menschen müssten mehr in die eigene Altersvorsorge investieren, also bleibe später weniger zum Vererben. Schließlich führe auch die steigende Lebenserwartung dazu, dass die Rentner mehr vom eigenen Vermögen aufbrauchen. Zudem sind sie häufig auch konsumfreudiger. In Zukunft wird das Erbschaftsvolumen also schrumpfen.

Fazit: Die, die selbst schon viel haben, erben auch am meisten. Diejenigen aber, die es dringend bräuchten, um ihre fehlende Altersvorsorge zu kompensieren, erben am wenigsten. „Eigene Vorsorge bleibt also Pflicht“, sagt DIA-Sprecher Bernd Katzenstein.
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