
Generell gilt: „Versetzen Sie sich in die Rolle des Empfängers der Bewerbung“, sagt Thomas Rübel, Karriereberater beim Berliner Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader. „Machen Sie es Ihrem Gegenüber so leicht wie möglich.“ Das vereinfacht nicht nur dem Personaler das Leben, sondern hinterlässt auch gleich einen guten Eindruck: Wer bei der Bewerbung beweist, dass er mitdenkt, hat die erste Bewährungsprobe schon bestanden.
Persönliche Ansprache
Wenn das Unternehmen eine Bewerbung per E-Mail akzeptiert (das steht in aller Regel in der Stellenausschreibung, ansonsten lässt es sich per Anruf klären), sollte man sich auf die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner machen (auch der wird meist in der Annonce genannt) und das Schreiben nicht einfach an info@firma.de senden. So vermeidet man auch die sehr unpersönliche Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren...“ und kann die Bewerbung statt dessen direkt an die zuständige Person richten.
Präziser Betreff
Der Betreff ,Bewerbung’ ist unmöglich“, findet Karriereberater Rübel. Besser: so konkret wie möglich formulieren, worauf sich die E-Mail bezieht, also zum Beispiel „Bewerbung Ausbildungsplatz Tischler“ oder „Bewerbung auf Ihre Stellenanzeige Nr. XY aus der XY-Zeitung vom 28. Februar“.
Seriöse E-Mail-Adresse
Die E-Mail-Adresse sollte für Bewerbungen zumindest den Nachnamen enthalten. Bei Anbietern wie Yahoo, Hotmail oder GMX kann man sich kostenlos Adressen einrichten. Ebenfalls wichtig: Bewerber sollten die angegebene E-Mail-Adresse regelmäßig auf den Eingang neuer Nachrichten prüfen – es macht keinen guten Eindruck, wenn ein Personalverantwortlicher lange auf eine Antwort warten muss.
Keine Nachlässigkeiten
„Viele Bewerber glauben, dass es bei E-Mails nicht auf jeden einzelnen Buchstaben und auf jede einzelne Formulierung ankommt“, beschreibt Rübel einen häufigen Irrtum. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Bewerbungen mit Rechtschreibfehlern, falscher Zeichensetzung oder schlampiger Formatierung hinterlassen einen schlechten Eindruck und werden – genauso wie bei der schriftlichen Variante – meist gleich aussortiert.
Professionelle Fotos
Wer ein Bild von sich beifügt, sollte dafür sorgen, dass es ein gutes Bild ist: „Lieber bei Fotostudios professionelle Bewerbungsbilder machen lassen als mit der eigenen Digitalkamera herumexperimentieren“, sagt Karriere-Coach Rübel. Das Foto sollte man in jedem Fall auf eine handliche Größe herunterrechnen; idealerweise bindet man es in das PDF mit Lebenslauf und Anschreiben ein.
Arbeitsrecht
Wenn der Urlaub zum Streitfall wird
Lohnfortzahlung & Co.
Sechs Antworten zum Arbeitsrecht bei Minijobs
Wenige Dateianhänge
Wer 18 Dateien an seine Bewerbung anhängt, beweist damit nicht etwa Gründlichkeit, sondern nur, dass er Wesentliches nicht vom weniger Wesentlichen unterscheiden kann. Zwei bis drei Dateien als Anhang sind genug: Anschreiben samt Lebenslauf und Foto in eine Datei, die Zeugnisse in eine zweite. Auch bei den Zeugnissen gilt: nicht alle aufführen, sondern nur die zwei, drei aktuellsten. Übrigens: Name, Adresse und Telefonnummer gehören nicht nur auf das Anschreiben im Anhang, sondern auch direkt in die E-Mail – für den Fall, dass der Personaler gleich Kontakt aufnehmen will.
Aussagekräftige Dateinamen
Dateibezeichnungen wie Lebenslauf.doc oder Bewerbung.pdf sind eine Zumutung, weil kein Bezug zum Bewerber hergestellt werden kann. Besser ist zum Beispiel Petra_Meier_Lebenslauf.pdf.
Richtiges Dateiformat
Anhänge sendet man am besten als PDF-Datei. Dieses Format hat den Vorteil, dass die Gestaltung auf jeden Fall erhalten bleibt. Außerdem lassen sich PDFs platzsparend komprimieren. Software zum Erstellen derartiger Dokumente gibt es kostenlos im Internet.
Gründliche Prüfung
Bewerbungen sollten nie ungeprüft abgesandt werden. Karriere-Berater Thomas Rübel rät, sich die E-Mail samt Anhängen erst einmal selbst zuzuschicken, um zu prüfen, ob die Formatierung stimmt und alle Anhänge ankommen und geöffnet werden können. Wer sicher sein will, dass seine Bewerbung auch ausgedruckt einen guten Eindruck hinterlässt, probiert das ebenfalls vorher aus. Das kostet etwas Zeit, aber die ist gut investiert: „Es sind vor allem die kleinen Aspekte, auf die man achten sollte“, empfiehlt Rübel. „Sie können sehr viel entscheiden.“