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04.05.2011 16:14

Postbank-Studie

So erbt Deutschland

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Frauen erben häufiger als Männer, die Mehrheit der Deutschen ist gegen Erbschaftsteuer und in kleinen Städten werden größere Vermögen vererbt. Eine Studie zum Thema Erbschaft brachte teils überraschende Erkenntnisse.
Erbschaft Vermögen Studie Postbank Finanzportal Biallo.de
Ein Drittel der Bundesbürger hat schon einmal eine Erbschaft gemacht
Ein Drittel der Bundesbürger hat schon einmal eine Erbschaft gemacht, 23 Prozent rechnen damit, künftig zu erben. Damit haben mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland schon einmal etwas geerbt. Das geht aus der Erbschaftsstudie 2011 der Postbank hervor. Für die Studie wurden 1.811 Personen ab 16 Jahren durch das Institut für Demoskopie Allensbach befragt. Einer internen Auswertung der Postbank zufolge wurden in den vergangenen vier Jahren fast 3,5 Milliarden Euro durch Postbankkunden weitervererbt.

Den Ergebnissen der Erbschaftstudie zufolge erben Frauen mit einem Anteil von 35 Prozent deutlich häufiger als Männer, bei denen nur 30 Prozent bereits geerbt haben. Grund dafür dürfte die höhere Lebenserwartung von Frauen sein, die häufig den Ehegatten überleben. Damit steigt auch insgesamt für sie die Wahrscheinlichkeit, etwas von einem anderen Familienmitglied zu erben.

Laut Studie wird in Ost- und Westdeutschland annähernd gleich häufig geerbt. Die Hälfte aller Erbschaften in Deutschland hat einen Wert von unter 25.000 Euro. In Westdeutschland sind die Erbschaften höher als in Ostdeutschland. So beträgt im Osten zu 61 Prozent der Wert eines Erbes weniger als 25.000 Euro. Im Westen sind es 45 Prozent aller Fälle. Dagegen haben hier 19 Prozent aller Erbschaften einen Wert von mehr als 100.000 Euro. Im Osten ist dies nur bei knapp drei Prozent der Fall - also sechs Mal seltener. Ebenso auffällig: Erbschaften im sechsstelligen Bereich sind eher in Klein- als in Großstädten zu finden.
 
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Am häufigsten vererben Eltern

Drei Viertel aller heutigen Erben in Deutschland haben von ihren Eltern geerbt, von Groß- oder Ur-Großeltern knapp ein Viertel. Meistens handelt es sich dabei um Geld (75 Prozent), Immobilien (38 Prozent) oder Möbel (34 Prozent). Werden Immobilien vererbt, dann sind dies doppelt so häufig Eigenheime wie vermieteter Grundbesitz. Alleinerben sind nur bei jeder fünften Erbschaft festzustellen.

Das Durchschnittsalter beim Erben liegt der Studie zufolge zwischen 45 und 46 Jahren. Bei jeder sechsten Erbschaft in Deutschland kommt es bislang zum Streit. Häufigste Ursache ist, dass „einige Hinterbliebene sich benachteiligt fühlen“ (73 Prozent). Mit einer Nennung von immerhin 57 Prozent wird als zweithäufigster Grund genannt, dass „die Hinterbliebenen schon vor dem Erbfall zerstritten sind“. Ein fehlendes gültiges Testament wird dagegen deutlich seltener als Streitursache angegeben. Tatsächlich liegt laut Postbank Studie ein gültiges Testament bei der Mehrzahl der Erbfälle in Deutschland auch vor (53 Prozent).

Eine neue Erbengeneration kündigt sich an

Ausführlich befragt wurden in der Postbank Erbschaftsstudie auch Personen, die angaben, ein Erbe zu erwarten. Wesentliche Unterschiede gegenüber den bisherigen faktischen Erben in Deutschland ergeben sich dabei in zwei Bereichen: Erstens rechnen die künftigen Erben signifikant häufiger mit Streit beim Erhalt einer Erbschaft (26 Prozent gegenüber heutigen Erben mit 17 Prozent). Zweitens glauben künftige Erben doppelt so oft, auf ihr Erbe Erbschaftsteuer zahlen zu müssen, als dies die heutigen tatsächlichen Erben mit 16 Prozent bislang nur tun müssen. Grundsätzlich gegen Erbschaftsteuer waren 55 Prozent der Befragten, wobei diejenigen, die bereits Erbschaftsteuer bezahlt haben, nicht häufiger gegen diese Besteuerungsform waren, als die anderen Befragten.

Grundsätzlich ist nur ein kleiner Teil der Erben von der Erbschaftsteuer überhaupt betroffen. So liegt der Freibetrag für Ehegatten und Kinder bei 500.000 Euro. Enkel, deren Eltern noch leben, können 200.000 Euro steuerfrei erben. Sind die Eltern schon tot, verdoppelt sich der Freibetrag auf 400.000 Euro. Das Wissen zum Thema Erbschaft ist in Deutschland wenig ausgeprägt. Ein Drittel der Deutschen kennt sich zu keinem solcher Begriffe aus wie etwa „gesetzliche Erbfolge“, „Testament“ oder „Pflichtteil“.
 
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