Aktuell im Trend liegen die sogenannten Komplettpakete, bestehend aus Telefon- und DSL-Anschluss sowie Internet- und Telefonflatrate. Die Verlockungen sind ganz unterschiedlich: Erlass des Einrichtungspreises, Gratismonate ohne Grundgebühr und Prämien für Wechselwillige. Für viele Kunden scheint so ein Komplett-Modell vorteilhaft, da man alles aus einer Hand von einem einzigen Anbieter bezieht und monatlich nur noch eine Rechnung zu zahlen hat.
Das allein sollte aber nicht der Grund für einen Wechsel sein. So berichtet uns ein User, der von Tele2, wo er eigentlich zufrieden war, aus Kostengründen zur Deutschen Telekom gewechselt ist, dass entgegen der mehrfachen Zusicherung der Telekom der Router des vorherigen Anbieters doch nicht passte. Er musste Ersatz beschaffen, der die Telekom-„Wechselprämie“ aufzehrte. Zudem erfolgte die Umstellung nicht reibungslos: Telefon und Internet waren eine zeitlang nicht nutzbar, die unstreitig deswegen angefallenen Mehrkosten für Handytelefonate ersetzte der Ex-Monopolist nicht, da er auf einen detaillierten Einzelverbindungsnachweis bestand. Und die vertraglich zugesicherte DSL-Geschwindigkeit von 6000 kBit erreicht die Telekom im Ort dieses Lesers auch nicht. Und auf entsprechende Nachfragen hat die Telekom auch nicht geantwortet.
Telekom-Konkurrenz günstiger
Die meisten Wettbewerber des Ex-Staatsbetriebs scheinen da deutlich kundenorientierter zu sein. Deutlich günstiger sind viele von ihnen allemal: Im Vergleich mit dem Paket "Call & Surf Comfort" der Deutschen Telekom liegt die Konkurrenz bei leistungsidentischen Paketen oftmals um 15 Euro pro Monat günstiger als das Telekom-Angebot. Das sind 180 Euro im Jahr - auf den ersten Blick also ein klare Sache.
Doch welches Angebot ist für wen wirklich preiswert? Sind Sie wechselwillig, dann ermitteln Sie zunächst Ihren konkreten Bedarf. Achten Sie auf alle Kostenfaktoren: Wer oft von seinem Festnetzanschluss zum Handy telefoniert oder Verwandte und Freunde im Ausland häufig anrufen will, muss das in die Berechnung mit einfließen lassen, da bei den üblichen Telefonpauschalen nur normale Verbindungen innerhalb des deutschen Festnetzes inklusive sind. Alle weiteren Telefonate sind extra zu bezahlen. Hierbei ist zu beachten, dass die günstige Call-by-Call-Methode ausschließlich von einem Telefon-Anschluss der Deutschen Telekom nutzbar ist, also beispielsweise nicht mehr bei einem Anschluss von 1&1 oder Versatel.
Nach Art des Anschlusses erkundigen
Informieren sollte man sich bei den Paketangeboten auch über die Leistung des Telefonanschlusses, da vor allem bei den alternativen Anbietern meist die Telefonate nicht mehr über einen herkömmlichen Festnetzanschluss sondern über das Internet geführt werden. Welcher Anschluss steht wirklich zur Verfügung? „Echtes“ ISDN bzw Analog, oder ein Voice-over-IP-Anschluss oder NGN-Technologie (Next Generation Network)? Bei den beiden letzten beiden kann es statt optimaler Gesprächsqualität schon mal lange Rufaufbauzeiten, holprige Sprachqualität und spürbare Verzögerungen im Sprachfluss geben.
Sie sehen: Auf den schnellen „Provider-Tipp“ eines Bekannten sollte man nicht sofort anspringen. Am sichersten ist es, anhand von zurückliegenden Rechnungen zu prüfen, was man am meisten nutzt – und dann entscheiden, wer am besten zu einem passt. In diesem Spezial finden Sie weitere Anregungen, wie sie die Kosten weiter senken können.