Das Geschäft mit dem guten Gewissen boomt. Biolebensmittel, Fair Trade, Nachhaltigkeit – Verbraucher versuchen zunehmend die Welt per Konsum zu verbessern. Doch die Grenze zwischen hehrer Intention und Marketingmasche ist oft fließend.
Nun findet sich auf dem Mobilfunkmarkt ein neuer Anbieter mit dem vielversprechenden Namen Gutmobil. Zusätzlich zu den Telefonkosten bucht das Unternehmen seinen Kunden optional monatlich drei Euro vom Konto ab, die je nach Wahl beispielsweise der Deutschen Aids-Stiftung, der Arche oder der Fördergemeinschaft Deutscher Kinderherzzentren zugute kommen.
„Der Handy-Tarif, mit dem Sie die Welt verbessern“, wirbt das Unternehmen: Kein Geld für Werbung, stattdessen günstige Tarife und die Möglichkeit zu spenden. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das Angebot nicht schlecht aber auch lange nicht das beste am Markt. Immerhin kommen zum günstigen Minutenpreis von acht Cent noch ein monatlicher Basispreis von 1,95 Euro hinzu – und wenn gewünscht die drei Euro Spende. Bei der zusätzlich buchbaren Datenflatrate finden sich zudem allerhand Einschränkungen.
Da fragt man sich dann doch: Muss das sein? Und wieso Spenden und Telefonieren vereinen? Immerhin: Egal ob mit oder ohne Mobilfunktarif kombiniert, für die wohltätigen Projekte sind die Spenden natürlich positiv. Dennoch: Gerne bin ich bereit, mehr Geld für Teppiche, die nicht von ausgebeuteten Kindern geknüpft werden, Fleisch aus artgerechter Tierhaltung oder aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom auszugeben. Aber ein Mobilfunktarif ist ein Mobilfunktarif. Da suche ich den für mich günstigsten aus, spare dabei – und spende lieber unabhängig davon.