Nach anfänglichen Berührungsängsten begeistern sich immer mehr ältere Menschen für den Computer
Nach dem Frühstück die E-Mails checken, kurz die Zeitung online lesen und später vielleicht noch etwas skypen. So sieht ein normaler Vormittag von Vera Bodsch aus. Die Rentnerin ist 89 Jahre alt und damit eine von 5,3 Millionen Über-60-Jährigen, die der ARD/ZDF-Online-Studie zufolge in Deutschland das Internet nutzen.
Beigebracht hat ihr den Umgang mit dem Computer die eigene Enkelin, heute kann sie sich ein Leben ohne Internet kaum vorstellen. Auch Hans-Dieter Brunowsky hat mit 87 Jahren noch gelernt, wie man mit dem Computer umgeht und darüber gemeinsam mit dem Enkel gleich ein Buch verfasst. „Opa – das kannst Du auch: Mein Enkel erklärt mir den Computer“ beschreibt auf amüsante Art und Weise, wie man den „neumodischen Kram“ richtig benutzt. „Der Computer bietet eine wunderbare Möglichkeit, am Leben teilzunehmen“, sagt Hans-Dieter Brunowsky. „Jahrelang habe ich mit meiner Schwester in Amerika nicht korrespondiert, jetzt stehen wir im regen E-Mail-Austausch.“
Computerkurse
Wer keine Enkel oder hilfreiche Nachbarn hat, kann sich stattdessen in einen der zahlreichen Computer-Kurse für Senioren einschreiben. Diese Kurse vermitteln Grundkenntnisse von Computer und Internet auf leicht verständliche Weise und werden von Volkshochschulen, kommerziellen Anbietern, aber auch sozialen und gemeinnützigen Einrichtungen wie dem DRK, der Caritas und den Johannitern angeboten. Im DRK Kreisverband Hamburg-Wansbek findet an zwei Wochentagen ein Computerkurs statt, der Altersdurchschnitt liegt bei 70 Jahren. „Bei den Kursinhalten orientieren wir uns an den Teilnehmern“, sagt Dana Erdmann vom DRK Kreisverband Hamburg-Wansbek. „Wir behandeln normale PC-Anwendungen, zeigen aber auch, wie man ein Bahnticket bucht oder wie man eine CD brennt.“
Computerclubs
Senioren, die langfristig Kontakte knüpfen wollen, können auch in einen der zahlreichen Senioren-Computerclubs eintreten. In den meisten großen deutschen Städten haben sich solche Clubs etabliert. Der große Vorteil der Clubs: Hier kann man kontinuierlich lernen und das zu meist geringen Kosten. Bei Problemen können sich die Mitglieder meist gegenseitig helfen oder einen geeigneten Fachmann empfehlen. Einen Überblick über Senioren-Computerclubs bundesweit finden Sie im Internet:
papss.de/senioren-com-clubs.html.
Soziale Netzwerke
Ist die erste Hürde genommen, können Senioren für sie zugeschnittene Angebote nutzen. Partnerbörsen wie Romantik-50plus.de, Spaeteliebe.de, Lebensfreude50.de und 50plus-treff.de haben sich auf Menschen jenseits der 50 spezialisiert, die online einen Partner finden wollen. Einfach Kontakte knüpfen geht in sozialen Netzwerken wie Forumfuersenioren.de, Silbernetzwerk.de oder Seniorentreff.de.
Kosten
Die Anschaffung des ersten Computers muss nicht teuer sein. Zwischen 300 bis 600 Euro reichen, wenn man hobbymäßig seinen Rechner nutzt. Wichtig ist, dass der Rechner möglichst mit einem Betriebssystem ausgeliefert wird. Für Senioren ist vor allem die nutzerfreundliche Bedienung entscheidend. Der Bildschirm sollte groß sein und Schriften nicht zu klein darstellen. Die Maus sollte angenehm in der Hand liegen und ausreichend große Tasten haben. Wer schlecht sieht, kann eine Tastatur mit extra-großer Beschriftung kaufen. Menschen, die Probleme mit der Feinmotorik haben, können auf besonders große Computermäuse zurückgreifen. Mousepads mit Gelkissen vermeiden Schmerzen im Handgelenk.
Wollen Sie mehr wissen? In unserem Dossier informieren wir unter anderem über diese Themen:
Erste Schritte
- Lernen mit dem Enkel
- Computer-Kurse
- Bücher zur Einführung
- Internet-Cafés
- Computer-Clubs für Senioren
- Hilfe bei Problemen
Das richtige Gerät
- Neuer Senioren-Computer
- Den passenden Computer finden
Zugang zum Internet
- Über die Telefonleitung ins Netz
- Schnell mit Breitband ins Netz
- Surfstick fürs Internet
Programme für den Rechner
- Sehhilfe für den Computer
- Software
Internetangebote für Senioren
- Online-Shops für Senioren
- Partnerbörsen
- Senioren-Portale
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