Schnell die schönsten Urlaubsfotos per Mail an die Kollegen schicken und sie so richtig neidisch machen? Das kann entweder 50 Euro oder 15 Euro kosten – sogar beim gleichen Anbieter. Im ersten Fall hat der Fotofreund den Standard-Daten-Tarif von O2 genutzt, im zweiten Fall die Datenoption „Internet Day Pack EU“ gebucht.
„Wer das Handy im Urlaub benutzen möchte, egal ob zum Telefonieren oder um Daten abzurufen, sollte sich vor Reisebeginn nach den genauen Kosten und Sparoptionen erkundigen“, sagt Helga Zander-Hayat, Telekommunikations-Expertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Vorgaben der EU
Die schlimmsten Rechnungsschocks nach dem Urlaub gehören zwar innerhalb der EU der Vergangenheit an, doch Sparpotential gibt es dennoch jede Menge. Datenverbindungen werden im EU-Ausland ab 59,90 Euro für Daten-Roaming unterbrochen. Eine weitere Neuerung: Die Weiterleitung auf die Handy-Mailbox ins EU-Ausland muss kostenlos erfolgen. Nur für das Abfragen der Nachrichten dürfen die Anbieter dann noch Geld nehmen. Also am besten die Box ganz abschalten.
Anrufe aus der EU nach Deutschland dürfen 46,41 Cent (netto 39 Cent) und angenommene Gespräche 17,85 Cent (netto 15 Cent) pro Minute kosten. Der Preis für eine SMS aus dem EU-Ausland liegt bei 13,09 Cent (netto 11 Cent). Diese Preisgrenzen gelten aber nur, wenn man im Standard-EU-Tarif telefoniert. Wer sich für einen speziellen Auslandstarif entschieden hat, telefoniert und surft zu anderen Preisen. Ob diese Optionen wirklich günstiger sind, hängt vom Nutzungsverhalten ab.
Beispiel T-Mobile
Im Tarif „T-Mobile Weltweit“ kostet eine Gesprächsminute aus der EU nach Deutschland 46 Cent pro Minute und aus China 2,99 Euro pro Minute. Entscheidet man sich stattdessen für den Tarif „Smart Traveller“, dann kosten die Gespräche aus der EU nur noch 29 Cent pro Minute, und aus China 2,09 Euro pro Minute. Pro Anruf kommt jedoch eine Gesprächsgebühr von 75 Cent hinzu. Wer also immer nur kurz telefoniert, kommt mit dem normalen Tarif günstiger weg.
Spezialisierte Anbieter
Eine Alternative sind auf Auslandstelefonate spezialisierte Prepaid-Discounter wie Solomo und Tourist Mobile. So nimmt Solomo für Anrufe aus Australien und Spanien ins deutsche Festnetz 29 Cent pro Minute. Tourist Mobile verlangt einen Minutenpreis von 39 Cent, zuzüglich 19 Cent pro Gespräch. Innerhalb der EU sparen Handy-Nutzer somit im Vergleich zum EU-Standard-Tarif rund ein Drittel der Kosten. Die günstigen Gesprächspreise gelten nur, wenn das sogenannte Callback-Verfahren genutzt wird. Der Anrufer wählt die gewünschte Rufnummer, legt auf und wartet auf den automatisierten Rückruf.
Sim-Karte im Ausland
Am besten fährt, wer im Reiseland eine Prepaid-Karte kauft und ins eigene Handy einlegt. Das funktioniert nur, wenn das Handy Simlock-frei ist, also für die Sim-Karten aller Anbieter freigeschaltet ist. Der Vorteil: Eingehende Gespräche sind kostenlos. Anrufer aus Deutschland sollten dann eine Billigvorwahl für Mobilfunkgespräche für das entsprechende Land nutzen, die man in unserem Internet-Angebot findet.
Wollen Sie mehr wissen? In unserem Dossier informieren wir unter anderem über diese Themen:
Telefonieren im Ausland
- Klassische Kostenfallen
- Auslandsoptionen für Vertragskunden
- Spezialisierte Anbieter
- Sim-Karte im Ausland
- Voice-over-IP (Internet-Telefonie)
- große Tarif-Tabelle
Datennutzung im Ausland
- Standardtarife der Netzbetreiber
- Alternativen
- große Tarif-Tabelle
115