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28.03.2012 16:38

Mobilfunk

Wenn Smartphone-Apps zum Risiko werden

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Apps machen Handys zum Allzweckgerät. Sie finden die nächste Apotheke im Notdienst, navigieren uns durch die Stadt und finden die passende Bus-Verbindung. Doch Apps können auch gefährlich sein. Denn manchmal machen sie mehr, als sie versprechen.
Wenn Smartphone-Apps zum Risiko werden Finanzportal Biallo.de
Smartphone-Apps - praktische Helferlein und Risiko
Moderne Smartphones sind kleine Spione im Hosentaschenformat. Sie kennen unsere Telefonnummer, die Rufnummer unserer Freunde, die privaten und geschäftlichen Nachrichten, die wir per SMS austauschen und haben Zugang zu unserem E-Mail-Konto.

Sie wissen, wann wir wo waren, welche Zugverbindung wir nutzen wollen und kennen eventuell unsere Konto- und Kreditkartendaten. Sie speichern unsere privaten Fotos und Videos und kennen die Freunde unseres sozialen Netzwerkes. Kurz gesagt, wer Zugriff auf ein rege genutztes Smartphone bekommt, weiß so ziemlich alles.

Risiko App

Und genau darin liegt die Gefahr von Apps. Für den Nutzer ist es kaum nachvollziehbar, was die Apps auf dem Handy genau machen oder nicht, auf welche Daten sie Zugriff haben und an wen die Daten weitergeleitet werden. Bei kostenlosen, werbefinanzierten Angeboten, können sogar weitere Parteien auf der ganzen Welt personenbezogene Daten des Handy-Besitzers erhalten.

Wer glaubt, durch den Betreiber des jeweiligen App-Stores also den Android Market, Apples App Store oder die Blackberry App World ausreichend geschützt zu sein, wiegt sich in falscher Sicherheit.
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Die Stiftung Warentest hat 2011 zehn deutschsprachige App-Stores hinsichtlich des Umgangs mit Kundendaten, rechtlichen Aspekten, Kundeninformation und Kaufabwicklung getestet. Das Ergebnis: Nicht ein einziger Shop hat gut abgeschnitten. Mit befriedigend wurden der Windows App Store und Android Market noch am besten bewertet. Am schlechtesten schnitt die Blackberry App World ab, Apples App Store schaffte es mit einem „ausreichend“ auf den dritten Platz.
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Kein Impressum, keine Kontaktdaten

Demnach hatte über die Hälfte der Stores kein ordnungsgemäßes Impressum, so dass die Kunden im Fall einer Beschwerde nicht wissen, mit wem sie Kontakt aufnehmen können. Auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ließen in vielen Fällen zu wünschen übrig. So heißt es in den AGB des Ovi-Stores, der von Nokia betrieben wird: „Daher werden wir Ihre personenbezogenen Daten über internationale Grenzen hinaus… übertragen… in denen es keine Datenschutzgesetze für personenbezogene Daten gibt…“

Apple ist nicht ganz so unverhohlen, lässt sich aber ebenfalls praktisch alle Rechte auf die personenbezogenen Daten einräumen. Wer eine Löschung dieser Daten beantragt kann bei Apple auf folgende Hindernisse stoßen: „Wir können die Bearbeitung von Anfragen ablehnen, wenn diese unbegründet widerholt werden, unverhältnismäßigen technischen Aufwand erfordern oder ( …) extrem unpraktikabel sind.“

Auf welche Daten genau die Apps Zugriff nehmen, ist für die Handy-Inhaber extrem schwer nachzuvollziehen. Nur Windows Phone Marketplace, Android Market und Androidpit bemühen sich den Testern zufolge um Transparenz, und informieren die Kunden darüber auf welche Telefonfunktionen und damit auf welche Daten die Anwendungen Zugriff nehmen.

Vorsicht beim App-Kauf

Generell gilt: Auch beim App-Kauf sollte man den gesunden Menschenverstand einschalten und nicht einfach jedes Programm per Fingertipp auf dem Handy installieren, nur weil es so schön schnell geht.

Lesen Sie die Informationen zur angebotenen App genau durch und überlegen Sie sich, ob Sie den notwendigen Zugriff auf Ihrem Telefon wirklich zulassen wollen. Einen guten Anhaltspunkt geben auch die Bemerkungen anderer Käufer. Eine ganz neue App sollte man nicht unbedingt erwerben. Auch eine kleine Internet-Recherche kann nicht schaden. Sobald Apps Schädlinge oder ungewollte Nebenwirkungen wie Klingelton-Abos enthalten, spricht sich das meisten recht schnell herum.

Viele Apps nutzen Daten aus der GPS-Funktion, beispielsweise um die nächste Apotheke mit Notfallservice zu finden. Um möglichen Missbrauch mit den Standortdaten zu vermeiden, empfiehlt es sich, die GPS-Funktion des Handys abzuschalten, solange man keinen entsprechenden Dienst nutzt. So können auch nicht ungewollt Standortdaten übertragen werden.
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