
Damit die Kosten zumindest innerhalb der Europäischen Union überschaubar bleiben, hat die EU-Kommission im Sommer 2007 innerhalb der EU Obergrenzen für das sogenannte Roaming, also das Handy-Telefonieren im Ausland eingeführt. Seitdem sind die Preise jedes Jahr etwas weiter gesunken. Abgehende Gespräche dürfen seit dem 1. Juli 2011 nur noch 41 Cent pro Minute kosten, ankommende Gespräche 13 Cent. Für den Versand von Kurzmitteilungen dürfen maximal 13 Cent berechnet werden, für das mobile Surfen gilt eine Preisobergrenze von 1,19 Euro pro MB (alle Preisangaben inklusive Mehrwertsteuer). Allerdings gilt der Maximalpreis für die Datennutzung, nur für die Gebühren, die sich die Anbieter untereinander in Rechnung stellen. Ein Maximalpreis für die Vebraucher ist nicht vorgesehen. Dafür wird ab einem Rechnungsbetrag von 59,90 Euro die Datenverbindung unterbrochen. So sollen Schock-Rechnungen nach der Reise vermieden werden. Auf Wunsch können Handy-Kunden auch eine höhere Preisobergrenze wählen.
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Teurer wird es, wenn der Urlauber die EU verlässt
Die Preisobergrenzen gelten nur für Preise innerhalb der EU. Bei Fernreisen wird das Telefonieren deutlich teurer. Zwar haben die meisten Anbieter übersichtliche Tarifzonen eingerichtet, wirklich günstig werden die Gespräche dadurch aber nicht. Wer als T-Mobile-Kunde China bereisen möchte, zahlt 2,99 Euro pro Minute. Rufen die Daheimgebliebenen den Globetrotter an, werden für den Angerufenen 1,79 Euro pro Minute fällig.
Wer seine Gesprächsgebühren senken will, kann eine Auslands-Option bei seinem Netzbetreiber buchen. Empfelenswert ist das "Reiseversprechen" von Vodafone. Telefonieren in insgesamt 36 Ländern kostet dann dasselbe wie in Deutschland plus 75 Cent pro Anruf. Entweder werden Inklusivminuten abtelefoniert oder die Minute kosten jeweils 29 Cent. Für angenommene Gespräche werden jeweils 75 Cent abgerechnet. Ähnlich funktioniert der Base-Reisevorteil plus. Ankommende und abgehende Gespräche innerhalb der EU werden nach Buchung der Option mit 19 Cent pro Minute berechnet. Bei abgehenden Gesprächen kommen jeweils 49 Cent hinzu.
Tipp: Wer im Reiseland eine Prepaid-Sim-Karte kauft und ins eigene Handy einlegt, zahlt für ankommende Gespräche generell keine Gebühren. Allerdings müssen die Anrufer dann tiefer in die Tasche greifen. Wer das vermeiden will, kann auch über einen auf Auslandsgespräche spezialisierten Discount-Anbieter wie Tourist Mobile telefonieren. Die Gesprächskosten sind in der Regel günstiger als bei den Netzbetreibern, dafür müssen die Kunden aber das Callback-Verfahren nutzen, also die gewünschte Nummer wählen und dann kurz auf den automatisierten Rückruf warten.