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Die verschenkten Millionen

02.09.2010 16:34
Von Fritz Himmel
 Die verschenkten Millionen
Fritz Himmel, Biallo.de
Manchmal könnte ich verzweifeln. Da haben sich Bundesbürger endlich mit dem Thema Altersvorsorge auseinandergesetzt und einen Riester-Vertrag unterschrieben – und dann setzen sie die ganze Aktion wieder in den Sand, weil sie später vergessen, die staatlichen Zulagen zu beantragen.
Sind wir mal ganz ehrlich: Ein Riester-Vertrag lohnt sich für viele vor allem ausschließlich wegen der großzügigen staatlichen Förderung. Sonst wäre renditemäßig auch wieder nicht sooo viel damit los. Deswegen kann ich kaum glauben, wenn ich lese: Über zwei Millionen Riester-Sparer verschenken jedes Jahr insgesamt 400 Millionen Euro an staatlichen Zulagen. Von den derzeit knapp 13 Millionen Zulagen-Berechtigten haben nur gut zehn Millionen Ende 2009 einen entsprechenden Antrag gestellt. Das gab die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) bekannt.

Diese Nachlässigkeit wird nämlich sogar doppelt „bestraft“. Ohne die Förderung und die dadurch geringeren Einzahlungen leidet automatisch auch der Wertzuwachs des gesamten Sparvertrags. Wer beispielsweise einmal Sparpläne mit und ohne Riester-Förderung vergleicht, wird schnell erkennen, welch ein Renditeplus die Riester-Variante über die Jahre hinweg generiert.

Über die Gründe, warum Sparer die Zulagen verschusseln, kann ich nur spekulieren. Viele sind womöglich so erleichtert, endlich etwas für ihre Altersvorsorge gemacht zu haben, dass sie sich nach Vertragsabschluss nicht mehr mit weiteren Formularen beschäftigen wollen. Dabei haben sich ja die meisten gerade wegen der lukrativen Förderung für das Riestern entschieden.

Also, unbedingt immer den Zulagenantrag des Riester-Anbieters besorgen und dann auf Nummer sicher gehen und dort einen „Dauerzulagenantrag“ stellen. Der Anbieter beantragt dann automatisch für Sie jährlich die Zulagen und es geht kein Geld verloren!
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Leserkommentare

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02.09.2010 10:03 Uhr
Hein Wich: Riester
Eventuell liegt es auch daran, dass das Prozedere zu kompliziert ist. Die Verwaltung/Anträge/Papierkram muss vereinfacht werden und für Otto N. verständlich sein. Ich gehöre zu denen, die es nicht verstehen (trotz Hochschulbildung, leider).
ID:4284
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