Debatten um steigende Kosten unseres Gesundheitssystems und eine Gesundheitsreform nach der anderen, bei der die Kosten zunehmend auf die Versicherten abgewälzt werden, tun ihr Übriges, um bei vielen den Wunsch aufkeimen zu lassen, dem gesetzlichen System den Rücken zu kehren und sich privat zu versichern. Haben Sie auch schon mal darüber nachgedacht?
Massagen, Krankengymnastik, alternative Behandlungsmethoden, Chefarztbehandlung im Krankenhaus, hochwertiger Zahnersatz: Alles, was Kassenpatienten über teure private Zusatzversicherungen abdecken müssen, steht Privatpatienten offen.
Allerdings ist nicht für alle ein Wechsel sinnvoll.
Während im gesetzlichen System ein nicht arbeitender Ehepartner und Kinder kostenlos mitversichert sein können, muss man in der Privaten für jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag abschließen. Das heißt: Familien mit mehreren Kindern sind in den gesetzlichen Kassen besser aufgehoben.
Beratung ist Pflicht
Oft ist die Private die preiswertere Lösung . Wer jung und gesund ist und keine Familie hat – und auch keine plant (!) - fährt privat versichert günstiger. Das gilt natürlich in erster Linie für alldiejenigen, die gut verdienen und die deswegen auch hohe Beiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zahlen. Bemisst sich die Beitragshöhe in der GKV ausschließlich nach dem Verdienst, ist das bei den privaten Kassen anders. Es gibt sehr günstige Tarife für Einsteiger mit geringeren Leistungen, die mitunter recht schnell teurer werden können. Aber auch solche mit hoher Beitragsstabilität und hohen Leistungen, die dann natürlich auch mehr kosten. Attraktiv für Gesunde ist auch: Wer keine Leistungen in Anspruch nimmt, bekommt bei den privaten Kassen einige Monatsbeiträge zurück erstattet. Vor einem Wechsel sollte man sich auf jeden Fall beraten lassen.
Wenn es dann das nächste Mal beim Arzt heißt, „privat oder Kasse?“ sollte man auch wissen, dass die Antwort darauf meist lebenslang die selbe bleiben wird. Denn der Wechsel für Angestellte zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur dann möglich, wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt.
Lesen Sie in unserem
aktuellen Spezial, für wen sich die private Krankenversicherung anbietet, wie man den passenden Tarif findet und worauf man beim Vertragsabschluss achten sollte.