Doch die Realität unterscheidet sich meist erheblich von der Fiktion. Welcher Arbeitnehmer dürfte es heute noch schaffen, ununterbrochen 45 Jahre zu arbeiten? Statistisch gesehen sind beispielsweise nur noch vier von zehn Männern so lange erwerbstätig, bei den Frauen sollen es sogar nur ganze vier Prozent (!) sein. Nimmt man diese Werte, so kommt man plötzlich in Westdeutschland nur noch auf eine Durchschnittsrente von 697 Euro (Männer etwa 970 Euro, Frauen 473 Euro). Das sind dann schon ganz andere Zahlen.
Nach einer weiteren Berechnung braucht ein Durchschnittsverdiener ungefähr 27 Jahre, um später auf 627 Euro Rente zu kommen. Damit pendelt er sich auf das heutige Niveau von Hartz-IV-Bezieher und der Grundsicherung im Alter ein. Keine rosigen Aussichten. „Um eine Rente über Sozialhilfeniveau zu bekommen, muss man heute 28 Jahre gearbeitet und Beiträge in Höhe des Durchschnittsverdienstes gezahlt haben“, prognostiziert denn auch Achim Backendorf, Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK Deutschland.
Auch wenn es vor allem Geringverdienern schwer fällt: Jeder sollte sich Gedanken über seine Rentenzeit machen und daher bereits relativ früh eine sinnvolle
Altersvorsorge aufbauen. Dies ist über eine
betriebliche sowie staatlich geförderte und/oder
private Anlageform möglich. Auch kleine Beträge führen – über einen langen Zeitraum hinweg – zu einem großen Ziel. Das sollten sich besonders jene bewusst machen, die jetzt noch gar nicht an Altersvorsorge denken wollen.