Staatliche Förderung puscht Kapitalbildung
Neben dem Frühstart beflügeln staatliche Zuschüsse den Kapitalaufbau. In Frage kommen
Riester-Förderung,
Rürup-Rente oder Betriebsrenten. Für abhängig Beschäftigte, Beamte und viele nicht berufstätige Ehegatten ist die Riester-Rente erste Wahl. Die mit Zuschüssen und Steuervorteilen geförderte private Rentenvorsorge ist finanziell äußerst attraktiv. Jeder Erwachsene erhält pro Jahr einen Zuschuss von 154 Euro, für jedes Kind kommen je nach Alter 185 oder 300 Euro hinzu. Ein Ehepaar mit zwei Kleinkindern kann jährlich bis zu 908 Euro an Fördermitteln kassieren. Im Lauf von 20 Jahren summiert sich die staatliche Unterstützung auf 18.160 Euro. Die volle Förderung erhält, wer vier Prozent seiner rentenpflichtigen Vorjahreseinkünfte in den Vertrag einzahlt. Eigenbeitrag plus staatliche Zulagen sind bis zur Höhe von 2.100 Euro als Sonderausgabe absetzbar. Ist der Steuernachlass höher als die erhaltenen Zulagen, schreibt das Finanzamt die Differenz gut. Nachteil: 100-prozentige Besteuerung der Rentenleistung. Drei Produkte stehen zur Wahl:
Rentenversicherung,
Fondssparplan und
Banksparplan.
Tipp: Wer sich bis Ende des Jahres für eine Rentenpolice entscheidet, der sichert sich noch aktuelle
Garantiezinsen von 2,25 Prozent. Ab 2012 sinkt der Mindestzins auf 1,75 Prozent. Ledige, die ab dem 30. Lebensjahr monatlich 100 Euro in eine klassische Rentenpolice einzahlen, können
bei Topanbietern ab dem 65. Lebensjahr mit Monatszahlungen zwischen 350 bis 380 Euro rechnen, etwa bei Hanse Merkur (383 Euro), Huk 24 (379 Euro) oder
Cosmos Direct (355 Euro).
Steuervorteile für Selbstständige
Selbstständige ohne gesetzlichen Rentenanspruch können mit einer
Rürup-Rente steuerbegünstigt fürs Alter vorsorgen. Im Jahr 2011 sind 72 Prozent der Beitragszahlungen, höchstens jedoch 14.400 Euro, als Sonderausgabe absetzbar. „Ein Selbstständiger mit einem zu versteuernden Einkommen von 100.000 Euro kann dadurch bis zu 6.380 Euro Steuern plus Solidaritätszuschlag sparen“, rechnet der Münchner Steuerberater Jörg Assmann vor. Ab 2012 sind 74 Prozent der Einzahlungen steuerbegünstigt. Der absetzbare Höchstbetrag steigt bis zum Jahr 2025 auf 20.000 Euro an. Vorteile: Die Beitragszahlungen sind flexibel, Sonderzahlungen jederzeit erlaubt, es besteht lebenslange Rentengarantie. Zudem genießen
Rürup-Verträge Gläubigerschutz. Nachteile: Besteuerung der Auszahlungen analog zur gesetzlichen Rente, es besteht kein Kapitalwahlrecht und der Vertrag ist nicht vererbbar. Zwei Versicherungsvarianten stehen zur Wahl: klassische und fondsgebundene Rentenpolice. Abgesehen von den Rürup spezifischen Regelungen sind die Verträge den
Bedingungen einer privaten Rentenversicherung vergleichbar. Wer 35 Jahre lang 100 Euro in eine Rürup-Versicherung einzahlt, dem prognostiziert
Huk 24 eine anfängliche Monatsrente von 407 Euro,
Hannoversche Leben und Asstel je 371 Euro und die
Debeka 361 Euro.