Solche Verträge erfreuen zwar Versicherungsvertreter, weil diese von steigenden Provisionen profitieren, Verbraucherschützern sind sie jedoch ein Dorn im Auge: „Hohe Endprämien bringen wenig, denn der Zinseszinseffekt läuft ins Leere“, so Finanzexperte Larisch. Sinnvoller sei eine konstant hohe Sparrate von Beginn an. Im Klartext: Wer höher einsteigt, beschleunigt den Kapitalaufbau und puscht den Zinseszinseffekt. Am Ende bekommt man für weniger Aufwand mehr Ertrag.
Tipp des Verbraucherschützers: „Da die tatsächliche Inflationsrate vom Durchschnitt abweichen kann, sollte man alle paar Jahre nachmessen, ob die Beitragshöhe und das anvisierte Sparergebnis noch dem gewünschten Ziel entsprechen.“
Kleiner Beitrag durch frühen Sparbeginn
Begünstigend auf das Sparergebnis wirkt auch ein früher Sparbeginn. Niedrige Sparbeiträge summieren sich mit der Zeit zu einem ordentlichen Kapitalstock, dieser verzinst sich von Jahr zu Jahr immer üppiger. Ein Arbeitnehmer, der zum Beispiel monatlich 100 Euro in eine klassische Rentenversicherung einzahlt, erreicht bei guten Anbietern nach 35 Sparjahren anfängliche Rentenansprüche von 350 bis 400 Euro monatlich. So prognostiziert die Hanse Merkur Versicherung 385 Euro Monatsrente, Huk24 384 Euro, Cosmos Direkt 395 Euro und die Targo Versicherung 349 Euro.
Der Ertrag kann sich trotz der von Verbraucherschützern stets kritisierten hohen Vertragskosten sehen lassen. So haben 60-jährige Männer eine statistische Lebenserwartung von knapp 81 Jahren. Wer mit 60 in Rente geht und 21 Jahre lang eine konstante Riester-Rente von 380 Euro kassiert, der bezieht immerhin 95.760 Euro von seiner Versicherung. In unserem Fall stehen dem aber nur Einzahlungen von 42.000 Euro gegenüber. Positiv: In Wirklichkeit kommt der Rentenbezieher sogar auf höhere Leistungen, da es sich bei den genannten Beispielen um dynamische Rentenversicherungen handelt, bei denen die Auszahlungen je nach Überschussentwicklung jährlich steigen.