Inflation: Ein Euro wird in 10 Jahren voraussichtlich weniger wert sein als heute
Die Inflationsrate steigt, im Gegenzug verliert Sparkapital an Wert. Wer den schleichenden Kaufkraftverlust bei seiner Zusatzrente vernachlässigt, der kann im Alter nicht aus dem Vollen schöpfen.
Banker und Volkswirte befürchten wegen ausufernder Staatsschulden und rasant steigender Geldmengen, dass eine Inflationsspirale in Gang kommt, die nur schwer zu kontrollieren ist. Die Angst vor steigenden Preisen beunruhigt auch Anleger, denn hohe Inflationsraten haben große Auswirkung auf angesparte Vorsorgeguthaben. So bewirkt eine jährliche Geldentwertung von drei Prozent, dass 1.000 Euro Ersparnis in 20 Jahren noch einen Gegenwert von 554 Euro besitzen, nach 30 Jahren sind es gar nur noch 412 Euro. Sollte die Inflationsrate auf durchschnittlich fünf Prozent klettern, würden von 1.000 Euro binnen 20 Jahren nur 377 Euro und nach 30 Jahren höchstens 231 Euro übrig bleiben. „Damit im Alter keine Versorgungslücke klafft, müssen Rentensparer den Kaufkraftverlust bereits bei der Planung ihrer Zusatzrente berücksichtigen“, rät Marten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern.
Doppelte Rentenleistung nötig
Kommt es nicht so schlimm wie von Ökonomen befürchtet, dürfte sich die Durchschnittsinflation in Deutschland im langjährigen Mittel bei etwa zwei bis drei Prozent einpendeln. Für Vorsorgesparer bedeutet dies: Auf Sicht von 20 oder 30 Jahren müsste die anvisierte Zusatzrente etwa doppelt so hoch ausfallen wie aus heutiger Sicht nötig wäre. Käme man jetzt neben gesetzlicher und betrieblicher Rente mit 200 Euro Privatrente zurecht, müsste man demnach auf eine spätere Rentenleistung von 400 Euro pro Monat sparen. Um dieses Ziel zu erreichen, schließen die meisten Versicherten Rentenverträge mit Beitragsdynamik ab. Solche Verträge starten mit verkraftbaren Raten, die dann – um die Inflation auszugleichen – Jahr für Jahr steigen.