Trotz der positiven Entwicklung war das Geschäftsjahr 2009 stark von den Folgen der Finanzmarktkrise geprägt. So führte die Suche der Kunden nach einem „sicheren Hafen“ für ihre Vorsorgeersparnisse zu einem erheblichen Anstieg der Einmalbeiträge. Andererseits sind viele zurückhaltender bei der Bindung an langfristige Verträge geworden. „So verständlich die Verunsicherung der Menschen angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten ist, privat vorzusorgen, ist und bleibt die einzige Möglichkeit die zukünftige Rentenlücke zu schließen“, sagt erklärt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des GDV.
In diesem Spannungsfeld sei es erfreulich, dass „die Zahl der Verträge der privaten und betrieblichen Altersversorgung mit lebenslangen Leistungen weiter gestiegen ist“, so von Fürstenwerth. Zum Ende 2009 bestanden 34,4 Millionen Rentenverträge – ein Anstieg um 1,5 Millionen Verträge gegenüber dem Vorjahr. Rund 14,5 Millionen Verträge davon entfallen auf öffentliche geförderte Riester-Policen.
Dem Anstieg bei privaten Rentenversicherungen stehen allerdings Rückgänge in der Sparte „Kapitallebensversicherung“ gegenüber. So sank deren Anteil am Gesamtbestand der Lebenspolicen von 72 Prozent im Jahr 2000 auf 49,3 Prozent im Jahr 2009. Dagegen stieg laut GDV die Zahl der Privatrentenverträge von zwölf Prozent im Jahr 2000 auf 36,6 Prozent im Vorjahr.
Täglich 194 Millionen Euro ausgezahlte Leistungen
Die von Lebensversicherern ausgezahlten Leistungen summierten sich 2009 auf 71 Milliarden Euro. Rein rechnerisch wurden damit Tag für Tag rund 194 Millionen Euro an Versicherungsnehmer ausgezahlt – entweder in Form von Kapitalbeträgen oder von Rentenleistungen. Die private Rentenversicherung ist einer der Favoriten unter den privaten Vorsorgeformen. Neben
geförderten Riester-Verträgen setzen viele Sparer auf fondsgebundene Versicherungen. Diese bieten langfristig überdurchschnittliches Renditepotential und glänzen im Alter mit geringer Besteuerung.
Bei guter Wertentwicklung der ausgewählten Fonds (etwa sechs bis sieben Prozent Durchschnittsrendite) und langem Sparhorizont können Rentensparer, die 35 Jahre lang monatlich 100 Euro einzahlen, zum Beispiel bei der Skandia Versicherung mit einer anfänglichen Monatsrente von 561 Euro rechnen. Die Targo Lebensversicherung stellt unter gleichen Bedingungen 537 Euro in Aussicht, die Alte Leipziger 525 Euro und die Postbank Versicherung 516 Euro. Mehr als 500 Euro Monatsrente können auch Kunden von Interrisk,
Hannoversche Leben, Huk Coburg und
Axa erwarten.
Mit Rentengarantie auf der sicheren Seite
Allerdings sind die Rentenleistungen fondsgebundener Policen nicht garantiert. Laufen die gewählten Fonds schlecht oder macht der Kapitalmarkt einen Strich durch die Rechnung, können die Leistungen deutlich geringer ausfallen. Auf der sicheren Seite sind Vorsorgesparer hingegen mit einer klassischen Rentenversicherung. Diese Verträge bieten einerseits eine garantierte Mindestrente und offerieren zusätzlich die Beteiligung an Überschüssen. Im Ergebnis fällt die tatsächliche Monatsrente in der Regel höher aus als die Rentengarantie. Den gleichen Beispielfall wie im vorangegangenen Absatz vorausgesetzt, können Sparer bei der Europa Versicherung und bei Cosmos Direct eine anfängliche Garantierente von 221 Euro pro Monat erwarten, die WGV Versicherung zahlt 217 Euro und Hannoversche Leben 216 Euro. Jeweils 214 Euro garantieren die Versicherer Ergo Direct, Oeko-Kapital und Debeka. Die prognostizierte Rentenzahlung inklusive Überschüsse liegt bei allen Versicherern fast doppelt so hoch.