
Je älter man ist, desto höher muss die Sparrate für die private Altersvorsorge sein
Das Rentenniveau sinkt weiter. Neben der Riester-Rente ist für viele eine private Rentenversicherung erste Wahl. Doch wer spät startet, muss sich mehr anstrengen.
Wachsende Arbeitslosigkeit, verschärfter demografischer Wandel: Die gesetzliche Rente ist unter Druck. Nach aktuellen Prognosen der Deutschen Rentenversicherung Bund müssen sich Rentner 2010 und 2011 auf eine Nullrunde einstellen. Für künftige Generationen sieht es nicht besser aus. „Das langfristige Bruttorentenniveau fällt von 48 auf 40 Prozent“, heißt es beim Freiburger Forschungszentrum Generationenverträge. Ohne private Vorsorge drohen vielen Versicherten empfindliche Einschränkungen beim Lebensstandard bis hin zur Altersarmut. Vor allem Menschen, die keine zusätzliche Betriebsrente erwarten können oder lückenhafte Erwerbsbiografien haben, sollten aktiv werden. „Je weniger Zeit bis zur Rente bleibt, desto höher muss die Sparrate sein und je höher das Arbeitsentgelt, desto mehr muss man tun“, sagt Prof. Reinhold Schnabel, Finanzwissenschaftler an der Universität Duisburg Essen.
Unterschiedlich erfolgreich
Am Beispiel Private Rentenversicherung lässt sich das gut zeigen: Eine 37-Jährige, die bis zum Renteneintritt 30 Jahre lang 1.200 Euro pro Jahr spart, kann laut Stiftung Warentest je nach Anbieter mit einer garantierten Rente von bis zu 189 Euro im Monat rechnen, beim Mann sind es wegen der statistisch geringeren Lebenserwartung bis zu 206 Euro. Haben die beiden aber nur noch 15 Jahre bis zum Ruhestand, reicht selbst die Verdoppelung des Beitrags auf 2.400 Euro jährlich wegen des geringeren Zinseszinseffekts nur für eine Garantierente von bestenfalls 169 (Frau) bzw. 185 Euro (Mann).
Basis der Kalkulation ist dabei die Garantieverzinsung, die aktuell bei 2,25 Prozent des Sparanteils (Beitrag minus Kosten) liegt. Allerdings gelingt es den meisten Versicherern, deutlich höhere Renditen zu erwirtschaften, an denen die Kunden im Rahmen der sogenannten Überschussbeteiligung partizipieren. Die prognostizierten Renten liegen deshalb deutlich höher – unter den Versicherern, die in den letzten Jahren überdurchschnittlich erfolgreich waren, sind etwa Debeka und Interrisk.