Versicherungsbedarf ist bei der Policenwahl entscheidend
„Entscheidend bei der Wahl einer Police sollte
immer der Versicherungsbedarf sein und nicht die Schadensabwicklung“, sagt Michael Wortberg, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Zuerst sollte das zu versichernden Risiko optimal durch eine Police abgesichert sein. Wenn mehrere Unternehmen in Frage kommen, die gute Bedingungen zum selben Preis bieten, dann kann man die Zusatzleistungen ins Visier nehmen und sich für jenes entscheiden, das attraktive Extras bietet. Doch es sollte nicht umgekehrt sein. „Man weiß ja nie, wie gut oder schlecht die Leistungen ausgeführt werden“, sagt Wortberg. Das zeigt sich meist erst im Schadensfall. Denn Assistance ist nicht gleich Assistance: Manche Unternehmen sichern nur die Vermittlung von Hilfsdiensten zu. Andere organisieren und bezahlen sie auch. Außerdem sind die Leistungen sowohl was den finanziellen Rahmen angeht als auch die zeitliche Befristung, gedeckelt und werden nicht unbegrenzt gewährt. Das Fazit: „Das entscheidende Argument für den Abschluss einer bestimmten Police sollten Assistance-Leistungen nicht sein.“
Eine Ausnahme gibt es doch:
Senioren, die im Schadensfall allein dastehen, weil sie weder Angehörige noch Nachbarn haben, die helfen könnten, können von Serviceleistungen profitieren. Allerdings sollten die Leistungen im Rahmen einer Senioren-Unfallpolice nicht darüber hinwegtäuschen, dass es die Hilfe dann nur gibt, wenn man wegen eines Unfalls hilfebedürftig wird – und nicht wenn man krank wird.