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30.05.2011 10:53

Assistance-Leistungen

Versicherer als Problemlöser

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Versicherungsunternehmen als Rundum-Problemlöser: Neben der Schadenregulierung wollen die Assekuranzen verstärkt mit Zusatzleistungen Kunden gewinnen. Doch welche Priorität sollte man diesen als Assistance-Leistungen bezeichneten Angeboten beimessen?
Assistance-Leistungen Versicherer als Problemlöser Finanzportal Biallo.de
Zusatzleistungen neben der Schadenregulierung – wann sind diese sinnvoll?
Das Spektrum ist weit gefasst: Von Medikamentenversand in den Urlaubsort über die Vermittlung eines Pflegeplatzes bis hin zur Hotelorganisation bei einer Autopanne im Ausland bieten die Versicherer Unterstützung im Rahmen von sogenannten Assistance-Leistungen an. Immer mehr Versicherer bieten solche Leistungen an und sie werden immer umfangreicher. Die Angebote klingen für den Verbraucher verlockend.

Die Leistungen sind in der Regel Bestandteil von Hausrat-, Wohngebäude- und Rechtsschutzversicherungen. Aber auch bei Kfz- und Unfallpolicen findet man vielversprechende Zusatzleistungen:
  • Zur Kinderunfallversicherung gibt es gleich noch die psychologische Betreuung im Ernstfall hinzu, wie auch eine medizinische Hotline, ein Reha-Management und Nachhilfestunden.
     
  • Senioren wird im Rahmen einer Unfallpolice Hilfe im Haushalt gewährt, Fahrdienste und Essen auf Rädern.
     
  • Bei Haus- und Wohnungsschutzbriefen ist die Organisation des Reparaturdienstes gleich inklusive und bei der Rechtsschutzversicherung verspricht das Unternehmen die Vermittlung des richtigen Anwalts.
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Das Angebot solcher Assistance-Leistungen ist schier endlos und kaum vergleichbar, weil die Versicherer diese Sparte auch nutzen, um sich bewusst voneinander abzugrenzen. Der Verbraucher sollte sich von diesem bunten Angebot nicht täuschen lassen. Viele Leistungen sind zwar ein angenehmer Service, doch oft auch überflüssig: So ist psychologische Betreuung und ein Reha-Management infolge eines schweren Unfalls durch die behandelnden Ärzte oder Kliniken selbstverständlich – auch ohne Versicherungsunternehmen. Den Fachanwalt kann man sich auch über die Anwaltskammer empfehlen lassen und bei zugesagten Reparaturarbeiten lohnt ein Blick in die Versicherungsbedingungen: Oft ist nur eine provisorische Maßnahme garantiert. Die perfekte Reparatur muss der Versicherungsnehmer dann doch selbst bezahlen.
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Versicherungsbedarf ist bei der Policenwahl entscheidend

„Entscheidend bei der Wahl einer Police sollte immer der Versicherungsbedarf sein und nicht die Schadensabwicklung“, sagt Michael Wortberg, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Zuerst sollte das zu versichernden Risiko optimal durch eine Police abgesichert sein. Wenn mehrere Unternehmen in Frage kommen, die gute Bedingungen zum selben Preis bieten, dann kann man die Zusatzleistungen ins Visier nehmen und sich für jenes entscheiden, das attraktive Extras bietet. Doch es sollte nicht umgekehrt sein. „Man weiß ja nie, wie gut oder schlecht die Leistungen ausgeführt werden“, sagt Wortberg. Das zeigt sich meist erst im Schadensfall. Denn Assistance ist nicht gleich Assistance: Manche Unternehmen sichern nur die Vermittlung von Hilfsdiensten zu. Andere organisieren und bezahlen sie auch. Außerdem sind die Leistungen sowohl was den finanziellen Rahmen angeht als auch die zeitliche Befristung, gedeckelt und werden nicht unbegrenzt gewährt. Das Fazit: „Das entscheidende Argument für den Abschluss einer bestimmten Police sollten Assistance-Leistungen nicht sein.“

Eine Ausnahme gibt es doch: Senioren, die im Schadensfall allein dastehen, weil sie weder Angehörige noch Nachbarn haben, die helfen könnten, können von Serviceleistungen profitieren. Allerdings sollten die Leistungen im Rahmen einer Senioren-Unfallpolice nicht darüber hinwegtäuschen, dass es die Hilfe dann nur gibt, wenn man wegen eines Unfalls hilfebedürftig wird – und nicht wenn man krank wird.
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