Tatsächlich gibt es keine Möglichkeit, an eine
Berufsunfähigkeitsversicherung zu kommen, ohne Gesundheitsfragen beantworten zu müssen. Es gibt jedoch Anbieter, die im Antragsformular darauf verzichten, konkret nach einzelnen Vorerkrankungen zu fragen. Hier müssen Sie nur wenige Fragen beantworten, etwa, ob Sie in den letzten fünf Jahren wegen einer Krankheit länger als vier Monate in Behandlung waren und ob eine Minderung der Erwerbsfähigkeit, eine Schwerbehinderung oder eine Wehrdienstbeschädigung anerkannt oder beantragt wurde. Zusätzlich werden Daten wie Größe und Gewicht abgefragt. In anderen Varianten wird danach gefragt, ob Sie in den letzten zwölf Monaten länger als 14 Tage krank waren und ebenfalls die erwähnten Minderungen der Erwerbstätigkeit vorliegen. Außerdem dürfen keine anderen Berufsunfähigkeitsversicherungen bestehen oder beantragt worden sein.
Gutes Angebot oder teurer Nepp?
Grundsätzlich richtet sich das Angebot vor allem an jüngere Verbraucher, denn das Höchstalter solcher Angebote liegt bei 35 bis maximal 45 Jahren. Und da fangen die Haken an: Denn eine BU ohne Gesundheitsfragen wird in aller Regel erst im höheren Alter nachgefragt, wenn eben der Gesundheitszustand schlechter geworden ist. Junge Versicherte unter 35 Jahren haben in der Regel kaum Probleme, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen und brauchen keine BU ohne Gesundheitsfragen. Die Preise für die BU ohne
Gesundheitsfragen liegen zudem recht hoch. Ein 30-Jähriger wird bei einer Laufzeit bis zum 65. Lebensjahr rund 40 Euro bis 50 Euro zahlen – bei günstigen Direktversicherern mit Gesundheitsfragen gibt es vergleichbaren Schutz schon für unter 15 Euro im Monat.