Die Ergo bestreitet, dass hinter der Aktion gezielte Systematik steckte. "Nach ersten Hinweisen auf Umdeckungen von beitragsfrei gestellten Lebensversicherungen untersagte das für den Victoria-Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied Olaf Bläser in einem Schreiben an die Vertriebsstellen Mitte August 2009 diese Praktiken umgehend", teilte ein Sprecher schriftlich der Financial Times Deutschland mit. Allerdings sei die Ergo nicht sicher, "dass in jedem Fall den Kunden Vor- und Nachteile der Transaktion transparent gemacht wurden".
Machen Ex-Vertreter die Skandale publik?
Die Ergo vermutet, dass ein Teil der
Enthüllungen in den letzten Wochen von einigen Vertretern und Führungskräften nach deren Ausscheiden gezielt gestreut wurde, um Forderungen nach Abfindungen zu unterstützen. Das Unternehmen hat deshalb bereits Strafanzeige wegen versuchter Erpressung gestellt.
Die Ergo Versicherungsgruppe ist eine Tochter des Rückversicherers Munich Re. Zur Düsseldorfer Gruppe gehören neben den im Konzern aufgegangenen ehemaligen Versicherungen Hamburg-Mannheimer und Victoria unter anderem auch die Spezialisten DKV (Krankenversicherung), D.A.S. (Rechtsschutzversicherung) und ERV (Reiseversicherung). Die Ergo hat allein in Deutschland rund 20 Millionen Kunden. Der Großteil davon sind Privatkunden.