Im Soge der Wirtschaftskrise sehen sich viele Bundesbürger gezwungen, ihre monatlichen Ausgaben zu senken. Finanzexperten raten jedoch davon ab, hierfür vorschnell Lebens- oder Rentenversicherungen zu kündigen. Es gibt sinnvollere Alternativen.
Beitragspausen reduzieren Verlust und erhalten Versicherungsschutz
Bei einem kurzfristigen oder zeitlich überschaubaren finanziellen Engpass sind daher vorübergehende Beitragspausen die deutlich bessere Alternative zu einer Kündigung.
Beispiel: Werden bei einer privaten Rentenversicherung mit einem Monatsbeitrag von 100 Euro und einer Laufzeit von 37 Jahren zwei Beitragspausen von jeweils 24 Monaten nach dem 10. und 20. Vertragsjahr eingelegt, erhält der Versicherte noch 78.855 Euro. Die reguläre Ablaufleistung läge bei 94.306 Euro. Im Vergleich zu Beitragspausen bringt die vorzeitige Kündigung einer Rentenversicherung große finanzielle Einbußen: Hätte der Versicherte seine Police statt der Beitragspause nach zehn Jahren gekündigt, wären für ihn nur 9.642 Euro als Garantieleistung übriggeblieben.
Jede zweite der insgesamt über 90 Millionen Lebensversicherungen wird in Deutschland vorzeitig gekündigt. Da die Abschlussgebühren einer Police aber in der Regel in den ersten Vertragsjahren getilgt werden, kann die Versicherung bei frühzeitiger Kündigung kein oder nur ein sehr geringes Guthaben aufweisen. „Besonders in den ersten Vertragsjahren ist die Kündigung ein Verlustgeschäft für den Versicherungsnehmer“, sagt Christian Jaffke, Vorsorgeexperte beim Finanzdienstleister Delta Lloyd.
In der Regel sind während der Vertragslaufzeit mehrere Beitragspausen von maximal 24 Monaten möglich. Bei vielen Versicherern darf dabei die erste Pause frühestens nach fünfjähriger Laufzeit erfolgen, die nächste ist erst nach weiteren fünf Beitragsjahren wieder erlaubt. Geht es dem Versicherungsnehmer nach einer Zeit finanziell wieder besser, so kann er in vielen Fällen sogar die während der Pausen nicht gezahlten Beiträge später mit einer Sonderzahlung nachregulieren.