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14.01.2009 08:00

Fonds für Senioren

Sicherheit hat Vorrang

Sicherheit hat Vorrang
Ältere Sparer sollten Risiken bei der Geldanlage vermeiden. Da die Sparhorizonte eher kurz- bis mittelfristig sind, empfehlen sich Investmentfonds, die entweder gering schwanken oder eine Kapitalgarantie versprechen.

Welche Fonds kommen infrage?

Ist die Geldanlage in einem Investmentfonds nur für wenige Jahre geplant, sollte man auf Fonds mit geringer Volatilität (Schwankungsbreite) setzen. Geringe Wertschwankungen bedeuten geringes Kursrisiko. Unterm Strich rentieren solche Fonds ohne große Kursausschläge und erzielen relativ konstante Zuwächse. Dies ist wichtig, damit Sparer am Ende nicht mit leeren Händen dastehen. Spart beispielweise ein 60-Jähriger sechs oder acht Jahre auf ein neues Auto oder eine Einbauküche, sollte das angelegte Kapital zum Kaufzeitpunkt nicht im Minus stehen, sondern einen ordentlichen Ertrag ausweisen. Mit Aktienfonds ist dies nicht gewährleistet. Verschiedene Fonds sind empfehlenswert:

Für wen sind sie geeignet?

Schwankungsarme Fonds empfehlen sich zum Ansparen von Kapital für Konsumzwecke sowie zur Absicherung von Gewinnen oder bereits vorhandenem Kapital im Privatdepot.

Fondsrenditen, Kosten und Risiken

  • Rentenfonds: Diese Portfolios speisen ihre Gewinne aus Zinszahlungen von Anleihen. Zudem sorgen Kursgewinne für zusätzliche Prozente. Allerdings können Anleihekurse auch nachgeben, weshalb Rentenfonds manchmal Minus erwirtschaften – das ist aber eher die Ausnahme. Je nach Anlagekonzept gibt es verschiedene Fondstypen, Euro-Rentenfonds, internationale Rentenfonds und Fonds für Unternehmensanleihen. Da den letzten beiden Varianten erhöhte Risiken anhaften, sind sie für kurzfristige Sparvorgänge nicht geeignet. Als langfristige Depotbeimischung in kleinen Dosen sind sie aber empfehlenswert.  

    Am sichersten fahren Senioren mit Euro-Rentenfonds. Sie setzen auf bonitätsstarke Staatsanleihen der Euro-Länder, dadurch sind die Kursrisiken gering. Allerdings wirkt sich dies auf die Rendite aus – mehr als vier oder fünf Prozent pro Jahr sind kaum drin. Positiv: Da sich die Kosten (Ausgabeaufschlag, Managementgebühr) in Grenzen halten, eignen sich Euro-Rentenfonds bereits für kurze Anlagezeiträume ab drei Jahren.
     
  • Total-Return-Fonds: Die auch als Absolut-Return-Fonds bekannten Fonds haben das Ziel, bei jeder Marktlage Gewinn zu erwirtschaften. Dazu werden unterschiedlichste Wertpapiere in wechselnden Verhältnissen kombiniert, etwa Aktien, Anleihen, Zertifikate und Optionen. Vereinfacht lässt sich sagen, dass die spekulativen Papiere höchstens so viel an Wert verlieren dürfen wie Rentenpapiere oder Optionen im Gegenzug erwirtschaften. Eine Gewinngarantie gibt es allerdings nicht. Nur wer Fonds ohne so genannte Verlusttoleranz erwirbt, hält das Risiko in engen Grenzen. Die Kosten liegen über denen von Rentenfonds, daher eignen sich Total-Return-Fonds eher für mittelfristige Sparziele. Die Renditeerwartung liegt je nach Fondskonzept zwischen vier und sechs Prozent p.a.
  • Dachfonds: Diese Fonds kaufen Anteile von anderen Fonds, etwa Aktienfonds oder Rentenfonds. Flexible, ausgewogene Dachfonds investieren in beide Anlageklassen und versuchen so Marktchancen gezielt auszunutzen. Für die mittelfristige Geldanlage (6 bis 8 Jahre) sind solche Portfolios durchaus empfehlenswert. Die Risiken sind überschaubar, der Ausgabeaufschlag liegt zwischen denen von Renten- und Aktienfonds. Die Renditeerwartung liegt leicht über der von Euro-Rentenfonds. Dagegen sind konservativ ausgerichtete Dachfonds, die in erster Linie in Rentenfonds investieren, kaum zu empfehlen. Hier kann man sein Geld gleich in reine Rentenfonds stecken.
     
  • Garantiefonds: Fonds mit Geld-zurück-Garantie verbinden die Chancen der Kapitalmärkte mit hoher Sicherheit. Einerseits ist das eingesetzte Geld unter bestimmten Bedingungen garantiert, andererseits können die im Fonds enthaltenen Aktien dem Anleger einen guten Gewinn bescheren. Nachteil: Die hohen Kapital-Sicherungskosten bremsen die Rendite, weshalb Anleger stets nur zu einem bestimmten Teil an der Wertsteigerung des Fonds beteiligt werden. Garantiefonds gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die Kapitalgarantie kann sich auf einen bestimmten Rücknahmepreis, die Höhe einer Ausschüttung, einer Mindestrendite oder eine „Geld-zurück-Garantie“ zu einem festgelegten Termin hin beziehen. Die Renditeerwartung ist je nach Fondskonstrukt unterschiedlich. Sie bewegt sich zwischen der von Renten- und Mischfonds, also etwa von vier bis sieben Prozent. Aufgrund hoher Kosten ist die Anlage für kurze Sparziele (2 bis 4 Jahre) nicht geeignet.      

Wie hoch ist die Steuerlast?

Die Steuerlasten sind recht unterschiedlich. Einzig für Kursgewinne gelten gleiche Regeln: Zuwächse sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Werden Fondsanteile binnen Jahresfrist verkauft, so ist der Kursgewinn voll steuerpflichtig, wenn die Spekulationsfreigrenze von 512 Euro pro Anleger überschritten ist. Unterjährige, realisierte Kursverluste sind mit anderen Kursgewinnen verrechenbar. Für Ertragsgutschriften gelten hingegen verschiedene Regelungen:  
  • Rentenfonds sind steuerintensiv, da Kapitalerträge in Form von Zinszahlungen anfallen. Diese unterliegen der vollen Besteuerung, die Veranlagungshöhe ergibt sich aus dem persönlichen Steuersatz.
  • Total-Return-Fonds, Dach- und Garantiefonds  können Dividenden ausschütten und/oder Zinsen. Bei Dividendenzahlungen greift das Halbeinkünfteverfahren. Das heißt, nur die Hälfte der Unternehmensausschüttungen ist zu versteuern. Dies gilt auch für Erträge, die im Fonds verbleiben und wieder angelegt werden. Investiert der Fonds zudem in Anleihen, sind die Zinszahlungen voll steuerpflichtig.
Tipp: Bei allen Ertragsgutschriften kann der Sparerfreibetrag von 750/1.500 Euro für Ledige bzw. Verheiratete Entlastung bringen.

Infos zu Ausstieg und Kündigung

Renten-, Total-Return- und Dachfonds kann man jederzeit verkaufen. Bei Garantiefonds gibt es geschlossene Varianten bzw. Fonds mit Laufzeitbegrenzung. Hier ist ein Ausstieg nur schwer möglich und zumeist mit hohen Kosten verbunden.  
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Foto: Stefan Kiefer/ ddp ID:2291
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