Fondsauszahlplan
Auf die Mischung kommt es an
14.01.2009 08:00
Im Alter angespartes Kapitalvermögen für eine Zusatzrente nutzen? Statt privater Rentenversi-cherung sind persönliche Fondsauszahlpläne hierfür bestens geeignet. Dabei entscheidet nicht nur die gewünschte monatliche Auszahlhöhe über den richtigen Fond-Mix.
Was ist ein Fondsauszahlplan?
Zur Einrichtung eines Fondsauszahlplans erwirbt man zunächst mit dem angesparten Vermögen Fondsanteile. Diese wandern in ein Depot, aus dem dann Monat für Monat Anteile verkauft werden. Aus dem Anteilsverkauf speist sich der monatliche Auszahlplan. Bevor es soweit ist, sind wichtige Fragen zu klären: Soll das Vermögen ganz oder teilweise aufgebraucht werden oder erhalten bleiben? Welche monatliche Auszahlhöhe benötige ich? Darf die Auszahlhöhe schwanken und welcher Betrag darf nicht unterschritten werden? Näheres dazu unter dem Punkt "Risiken".
Wichtig ist die Depotzusammenstellung. Grundsätzlich gilt: Ein Auszahldepot sollte immer aus mehreren Fonds bestehen. Dabei muss nicht der größte Teil des Geldes in sicheren Renten- oder Immobilienfonds stecken, sondern kann auch aus Aktienfonds bestehen. Anlageexperten der Stiftung Warentest errechneten, das Depots je zur Hälfte gefüllt mit Aktien- und Rentenfondsanteilen ideal für langlaufende Auszahlpläne sind.
Entscheidend bei der Auswahl der Fonds ist die Langzeitperformance. Nur wenn über viele Jahre hervorragende Ergebnisse erwirtschaftet wurden, eignet sich der Fonds für das Rentendepot. Um Risiken zu minimieren sollte man auf zwei, eventuell drei Aktienfonds setzen, zum Beispiel einen internationalen, einen europäischen und einen Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland. Als Anhaltspunkt für einen guten Aktienfonds dient die Zehn-Prozent-Regel: Nur wenn der Fonds länger als zehn Jahre am Markt ist und jährlich mehr als zehn Prozent Rendite erzielt hat, kommt er als Basis für das Depot in Frage.
Wer zu solchen Aktienfonds noch einen ertragsstarken Euro-Rentenfonds und einen internationalen Rentenfonds mischt, der kann fast nichts falsch machen. Euro-Rentenfonds schwanken nur gering und erzielen jährliche Durchschnittsrenditen von vier bis fünf Prozent. Internationale Rentenfonds schwanken zwar intensiver, erreichen aber auf lange Sicht mit bis zu sechs Prozent eine höhere Rendite. Wird das Auszahldepot halbe-halbe mit Aktien- und Rentenfonds gefüllt, stellt sich langfristig ein Depotwachstum von etwa 7,5 Prozent ein. Damit könnte sich ein Senior bei einem Anfangskapital von 100.000 Euro ohne Kapitalverzehr jedem Monat 625 Euro überweisen lassen.
Für wen eignet er sich?
Für jeden Senior mit größerem Kapitalvermögen.
Wie hoch ist das Risiko?
Fondsauszahlpläne funktionieren solange wie Kapital vorhanden ist. Soll das Kapital mit zur Verrentung herangezogen werden, spielt die Laufzeit des Auszahlplan eine wichtige Rolle. Je länger der Plan läuft, umso weniger Kapital kann regelmäßig verbraucht werden. Entscheidet sich der Senior gegen Kapitalverzehr, muss er den Rentenplan so kalkulieren, dass der Kapitalstock nicht schmilzt. Dazu muss man die Höhe der monatlich zu veräußernden Anteilswerte vorsichtig kalkulieren, auf jeden Fall unterhalb des zu erwartenden durchschnittlichen Depotertrags. Trotzdem kann es passieren, dass bei anhaltenden Kursrutschen der Depotwert sinkt und damit weniger Anlagekapital zur Überschusserzielung zur Verfügung steht als geplant. In diesem Fall sollte man die Auszahlungshöhe korrigieren. Ungünstig ist es, monatlich eine bestimmte Anzahl von Fondsanteilen zu verkaufen, der monatliche Auszahlbetrag ist dann nicht kalkulierbar.
Wie hoch ist die Steuerlast?
Kursgewinne sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Startet die Auszahlung also nach einem Jahr und einem Tag, bleiben Zuwächse fortan steuerfrei. Werden Fondsanteile binnen Jahresfrist verkauft, so ist der Kursgewinn voll steuerpflichtig, wenn die Spekulationsfreigrenze von 512 Euro pro Anleger überschritten ist. Die Kapitalerträge der Rentenfonds unterliegen der vollen Besteuerung, die Veranlagungshöhe ergibt sich aus dem persönlichen Steuersatz. Bei Fondsausschüttungen in Form von Dividendenzahlungen greift das Halbeinkünfteverfahren. Das heißt, nur die Hälfte der Unternehmensgewinne ist zu versteuern. Dies gilt auch für Erträge, die im Fonds verbleiben und wieder angelegt werden.
Tipp: Bei allen Ertragsgutschriften kann der Sparerfreibetrag von 750/1.500 Euro für Ledige bzw. Verheiratete Entlastung bringen.
Infos zu Ausstieg und Kündigung
Der Auszahlplan kann jederzeit gestoppt, das Depot jederzeit aufgelöst werden. Kosten fallen maximal in Form von Bankspesen an, wenn Fondsanteile verkauft werden.