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22.05.2010 13:35

Fondsgebundene Rentenversicherung

Viele Faktoren beeinflussen die Rendite

von
Rente Vorsorge Private Rentenversicherung Fonds Finanzportal Biallo.de
Die private Rentenversicherung steht hoch im Kurs. Nach Angaben der Versicherer stiegen die Beitragseinnahmen 2009 um gut sieben Prozent gegenüber 2008. Maximilian Zimmerer vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begründet den Zuspruch mit dem Bedürfnis nach „garantiert lebenslangen Zahlungen“ und „flexiblem Rentenstart“.
Privatrenten bieten zwei Wege zum Kapitalaufbau: Klassische Rentenpolicen erwerben verzinsliche Wertpapiere (Staatsanleihen, Pfandbriefe etc.), fondsbasierte Verträge kaufen Anteile von Investmentfonds. Im Unterschied zu Fondsrenten gewähren klassische Policen eine Mindestverzinsung von 2,25 Prozent auf den Sparanteil und garantieren eine Mindestrente. Worauf ist bei Fondsrenten zu achten?
Renditechancen

Die Fondsvariante lockt Anleger mit hohen Renditechancen, weil Aktienfonds langfristig bessere Erträge versprechen als verzinsliche Wertpapiere. Die Börsencrashs der letzten Jahre belasten jedoch die Ergebnisse. Udo Rössler, Sprecher von Allianz Leben, geht deshalb davon aus, dass „die Renditen von Zins- und Fondspolicen unterm Strich nicht weit auseinanderliegen“. Auch falsches Sparverhalten kann Rendite kosten. „Viele Fondsanleger investieren prozyklisch, d.h. sie steigen bei Börsenhochs ein und gehen in der Baisse raus“, sagt Rössler. So verwundert es nicht, dass ein Performancevergleich des Fondsverbandes BVI mit Zahlen des Versicherungsspezialisten Map-Report Nachteile für Fondspolicen ausweist. Auf Zwanzigjahres-Sicht beträgt der Renditeabstand rund 1,5 Prozentpunkte. Rössler rät Fondsversicherten daher zu Ausdauer und klarer Strategie.

Fondspalette

Auch die Fondsauswahl beeinflusst die Rendite. Bei Fondspolicen entscheiden Anleger selbst, in welche Fonds oder Anlagestrategie sie investieren. Zwar ist der Fondsmarkt riesig, die Versicherungen offerieren aber nur eine beschränkte Auswahl. So hat die Neue Bayerische Beamtenversicherung lediglich neun Einzelfonds im Programm. Erhöht sich das Fondsuniversum, steigt die Chance auf Spitzenfonds und damit auf Ertrag. Eine reichhaltige Fondspalette bieten z.B. die Versicherer Skandia (130) und Targo LV (86). Condor hat vor kurzem seine Palette um 29 auf 123 Fonds erweitert.
Fondswahl

Eine große Fondspalette bietet aber keine Garantie auf Topfonds. Beispiel R+V Versicherung: Sie offeriert einen Pool von immerhin 60 Fonds, allerdings stammen alle von einer Gesellschaft, von Union Investment. Da ein Anbieter nicht nur Spitzenfonds im Programm hat, besteht die Gefahr, eine Niete zu wählen. Die Erfolgschance ist höher, wenn die besten Fonds von verschiedenen Gesellschaften zur Wahl stehen. Nachteile können auch entstehen, wenn man die anfänglich getroffene Fondsauswahl im Nachhinein nur bedingt ändern kann. Zwar ermöglichen alle Anbieter häufige Fondswechsel während der Vertragslaufzeit, manchmal bleibt die Fondsliste aber auf den Ausgangstatus beschränkt. So dürfen Bestandskunden z.B. bei Cosmos direkt nicht in neu hinzukommende Fonds investieren.
Lesen Sie auch:

Gesetzliche Rente
Wie lauten die wichtigsten Fragen?

Gebühren Fondswechsel

Alle Gesellschaften verzichten auf Ausgabeaufschläge und Depotgebühren. Kosten entstehen allerdings beim „Shiften“ und „Switchen“. Shiften bedeutet das Umschichten von Fondsvermögen in einen anderen Fonds, Switchen die Neuaufteilung des Sparbeitrags. Komplett auf Gebühren verzichten nur wenige Anbieter, etwa die Alte Leipziger, Generali oder Allianz.

Steuern


Privatrenten bieten Steuervorteile im Alter. Bei Rentenbeginn mit 67 Jahren unterliegen nur 17 Prozent der Auszahlungen der Einkommensteuer, bei Rentenbeginn mit 65 sind es 18 Prozent und bei Rentenstart mit 63 sind es 20 Prozent. Beträgt der Steuersatz 25 Prozent, gehen also etwa vier bis fünf Prozent der Rentenleistung ans Finanzamt.

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Wollen Sie mehr wissen? In unserem Dossier informieren wir unter anderem über diese Themen:


So funktioniert die fondsgebundene Rentenversicherung
  • Bestimmung der Rentenhöhe
  • Flexibilität am Sparende
  • Geringe Steuerlast im Alter
Diese Vertragsbedingungen beeinflussen die Rendite
  • Renditechancen
  • Fondspalette
  • Anbieterübersicht (Tabelle)
  • Fondswahl
Gebühren bei Fonds- und Beitragswechsel (Tabelle)

Wichtige Punkte für die Rentenphase
  • Kapitalwahlrecht
  • Volldynamische Rente
  • Teildynamische Rente
     

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Leserkommentare
27.05.2010 12:26 Uhr - von Redaktion
Anmerkung
@ Robert: Das kann man so nicht verallgemeinern, da die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sehr groß sind.
27.05.2010 11:48 Uhr - von Robert
Private Rentenversicherung nicht zu empfehlen
Die positive Einschätzung zur privaten Rentenversicherung kann ich beim besten Willen nicht teilen. Hohe laufende Kosten belasten das Ergebnis und im Alter entscheidet die Versicherung, wieviel Geld man monatlich bekommt. Stirbt man, gehört das Geld der Versicherung und die Erben gehen leer aus. Nur wenn man sehr alt wir, rechnet sich das ganze evtl. Es gibt doch wesentlich bessere Möglichkeiten als ausgerechnet eine private Rentenversicherung, von der vor allem die jeweilige Versicherung profitiert.
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