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17.06.2011 12:06

Fünf Fragen an die Juristin Melanie Buhtz (Allianz Leben)

„Das Bezugsrecht einer Lebensversicherung erlischt nicht bei Scheidung“

von Max Geißler Autor
Damit bei der Auszahlung einer Lebensversicherung das Geld auch in die richtigen Hände gerät, sollten Versicherte auf einige Punkte achten. Melanie Buhtz, Juristin bei der Allianz Leben, über Musterformulierungen, Änderungen des Bezugsrechts und unauffindbare Bezugsberechtigte.
Fünf Fragen an die Juristin Melanie Buhtz (Allianz Leben) „Das Bezugsrecht einer Lebensversicherung erlischt nicht bei Scheidung“ Finanzportal Biallo.de
Melanie Buhtz, Juristin bei der Allianz Leben
Biallo.de: Bei Auszahlung einer Lebensversicherung kommt es oft zu Streit darüber, wem das Geld zusteht. Wie kann man verhindern, dass die Versicherungsleistung in die falschen Hände gerät, zum Beispiel an den Ex-Partner fließt?

Melanie Buhtz: Der Bezugsberechtigte, das heißt die Person, die die Ansprüche erhalten soll, muss im Versicherungsantrag genau bezeichnet werden. In vielen Familien ist dies der Ehepartner. Allerdings muss man beachten, dass die Bezugsberechtigung nicht automatisch mit einer Ehescheidung erlischt. Soll nach einer Trennung der neue Partner begünstigt werden, muss man den Versicherungsvertrag ändern. Versicherte haben aber auch die Möglichkeit, von Beginn an eine allgemein gültige Musterformulierung zu wählen, die im Scheidungsfalle automatisch greift. Die Formulierung könnte lauten: „…Bezugsberechtigt ist der mit dem Versicherungsnehmer im Versicherungsfall in gültiger Ehe lebende Ehepartner.“ Aber Vorsicht: Die Regelung greift nicht bei ‚wilden Ehen‘. Lebt der Versicherungsnehmer „nur“ in einer Partnerschaft, muss der Lebenspartner als bezugsberechtigte Person namentlich im Vertrag verankert werden.

Biallo.de: Kann man das Bezugsrecht beliebig oft ändern?

Buhtz: Ja, sofern der Antragsteller nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt hat, kann man das immer wieder ändern. Kunden der Allianz Leben nahmen zum Beispiel im Jahr 2010 über 126.000 Bezugsrechtsänderungen vor, also bei etwa einem Prozent aller Verträge. Dazu zählen auch solche Policen, in denen bislang noch kein Bezugsberechtigter genannt war und in die nun zum Beispiel der frisch vermählte Partner eingetragen worden ist.
Biallo.de: Was muss man beachten, wenn andere Personen als der Ehepartner oder mehrere Personen begünstigt werden sollen?

Buhtz: Versicherungsnehmer können jede gewünschte Person als Begünstigten vertraglich verankern. Dies gilt nicht nur für den langjährigen Skatbruder oder die fürsorgliche Nachbarin, sondern auch für juristische Personen wie Stiftungen, Vereine, Kirchen oder Kommunen. Wichtig ist, den vollständigen Namen und die Adresse anzugeben. Sollen mehrere Personen Leistungen erhalten, empfiehlt es sich anzugeben, welchen Anteil jeder Bezugsberechtigte erhalten soll. Wird der Anteil nicht festgelegt, sind die genannten Personen zu gleichen Teilen bezugsberechtigt.

Biallo.de:
Häufig führen pauschale Formulierungen beim Bezugsrecht wie etwa „die Erben“ oder „die Kinder“ zu Komplikationen. Was kann man dagegen tun?

Buhtz: Allgemein formulierte Bezugsberechtigte, etwa „die gesetzlichen Erben“, oder ein allgemeiner Hinweis auf das Testament sollten vermieden werden, da im Leistungsfall die Berechtigten möglicherweise schwer zu ermitteln sind. Ein namentliches Bezugsrecht hilft Missverständnisse zu vermeiden. Hat der Versicherungsnehmer ganz allgemein „die Erben“ als bezugsberechtigt bezeichnet, so sind diese im Zweifel nach dem Verhältnis ihrer Erbteile bezugsberechtigt. Aufpassen sollte man auch, wenn der Versicherungsnehmer nicht zugleich die versicherte Person ist. In diesem Fall sollte das Bezugsrecht immer in Beziehung zum Versicherungsnehmer und nicht in Beziehung zur versicherten Person formuliert werden. Nur dann sind bei der Begünstigung „Kinder“ auch wirklich die Nachkommen des Versicherungsnehmers und nicht die Kinder der versicherten Person gemeint. Wünscht man es anders, muss es heißen: „Kinder der versicherten Person“.

Biallo.de: Was passiert, wenn sich kein Bezugsberechtigter finden lässt?

Buhtz:
Wir fahnden sehr intensiv bei Behörden und Nachlassgerichten, auch im Ausland, nach dem Bezugsberechtigten. Lässt sich zunächst niemand ermitteln – was in der Praxis kaum vorkommt - zahlen wir die Versicherungssumme an den Bezugsberechtigten aus, sobald er sich bei uns meldet. Auch noch nach vielen Jahren.
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Foto: Allianz Leben ID:5547
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