Geldanlage für Senioren
Sicherheit ist Trumpf
14.01.2009 08:00
Viele besitzen am Ende ihres Berufslebens angespartes Vorsorgekapital, dass in Form einer Zusatzrente sowie als Finanzreserve den Lebensunterhalt im Ruhestand sichern soll. Welche Geldanlagen kommen dafür in Frage, wie sieht das optimale Seniorendepot aus?
Was hat Priorität?
Vorrangigstes Ziel bei der Geldanlage im Ruhestand ist die Sicherung des Lebensunterhalts. Sollten staatliche und betriebliche Altersbezüge dazu nicht ausreichen, müssen Teile des Privatvermögens zur Aufstockung der Finanzmittel eingesetzt werden. Dabei muss das Kapital so angelegt sein, dass die regelmäßige und kalkulierbare Auszahlung eines bestimmten Betrags bis zum Lebensende sicher gestellt ist. Empfehlenswert sind Auszahlpläne mit Investmentfonds (wenn möglich ohne Kapitalver-zehr) oder die Verrentung von Kapital über eine Versicherung. Auf diese Weise sichern sich Ruhe-ständler lebenslange Zahlungen. Sind sämtliche regelmäßigen Ausgaben wie Wohnen, Kleiden, Essen und das Auto abgesichert, kann man für sein übriges Geldvermögen lukrative Sparformen suchen. Dabei ist darauf zu achten, dass stets ein Teil des Geldes kurzfristig verfügbar bleibt, falls ungeplante Ausgaben notwendig werden. Solche könnten zum Beispiel Reparaturen am Eigenheim sein oder ein Autounfall. Am besten geht dies mit Hilfe eines gut verzinsten Tagesgeldkontos, auf dem zwei oder dreitausend Euro lagern. Das restliche Vermögen kann man gewinnbringend anlegen oder Nachlass für nachfolgende Generationen bereithalten.
Welche Anlageformen kommen in Betracht
An der jeweiligen Zielsetzung orientiert sich die konkrete Anlageentscheidung. Grundsätzlich gilt: Je kurzfristiger der Anlagehorizont, desto sicherer sollte das Kapital verwahrt sein. Schwankungsintensi-ve Anlageformen wie Aktien und Aktienfonds kommen nur für den langfristig angelegten Vermögens-teil in Betracht. Für kürzere Anlagehorizonte ist es wichtig, neben der Kapitalsicherheit auch steuerli-che Aspekte zu berücksichtigen, besonders bei vermögenden Senioren. Sicher und flexibel sind Geldanlagen in Rentenfonds, besonders steuerarm in offenen Immobilienfonds. Ohne Kosten und Gebühren kommen Sparbriefe und Bundesschatzbriefe aus. Um flexibel zu bleiben, lohnt der Kauf von Sparbriefen mit verschiedenen Laufzeiten. Schatzbriefe können nach Ablauf eines Jahres monatlich bis zu 5.000 Euro zurückgegeben werden.
Welche Risiken sind zu beachten?
Wichtig ist die Mischung verschiedener Anlageklassen. Einseitig ausgerichtete Depots sind äußerst krisenanfällig. Gerät die gewählte Wertpapierart unter Druck, wird das Depot stark in Mitleidenschaft gezogen. Achten Sie auf den Einsatz stabilisierender Elemente, wie Rentenpapiere, Zinsanlagen oder Garantieprodukte.
Vorschlag für ein ausgewogenes und chancenreiches Seniorendepot
- 30 Prozent offene Immobilienfonds (ausländische Werte)
- 20 Prozent Euro-Rentenfonds
- 5 Prozent Fonds für Unternehmensanleihen oder ausgewogener Mischfonds
- 10 Prozent Aktienfonds international und/oder Europa
- 10 Prozent Dax-Indexfonds
- 5 Prozent Direktanlage in Aktien, zum Beispiel ausgewählte Blue-Chip-Titel und Umweltaktien (Solar, Wasser und Biosprit)
- 5 Prozent Bundesschatzbriefe
Rest: Liquidität auf Tagesgeldkonto
Wie hoch ist die Steuerlast?
Der hohe Anteil des Immobilienfonds sichert geringe Abgaben, da Erträge Fonds, die im Ausland investieren zu mehr als 50 Prozent steuerfrei sind. Kursgewinne der Fondsanteile sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Ähnliches gilt für Aktien und Aktienfonds: Kursgewinne sind nach einem Jahr steuerfrei; Dividendenzahlungen werden dank Halbeinkünfteverfahren nur zur Hälfte besteuert. Lediglich Zinszahlungen, etwa aus Rentenfonds oder Bundesschatzbriefen sind voll steuerpflichtig.
Achtung: Ab 2009 soll eine einheitliche Abgeltungssteuer auf alle Kapitalerträge in Höhe von 20 oder 25 Prozent eingeführt werden. Für Zinserträge dürfte dies in vielen Fällen Entlastung bringen, für Kursgewinne dagegen nicht.
Besonderheiten
Achten Sie auf geringe Kosten! Direktbanken und viele Internetbroker verzichten inzwischen auf Depotgebühren. Zudem gibt es sehr häufig Rabatte auf den Ausgabeaufschlag beim Fondskauf. Auch die Orderkosten, etwa beim Aktienkauf, fallen bei Internetanbietern regelmäßig günstiger aus als am Bankschalter.