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02.01.2013 15:57

Rente und Hinzuverdienst Ab 65 plus zwei Monate gibt es heute schon keine Grenzen

von Rolf Winkel Autor
Wer das reguläre Rentenalter von 65 plus zwei Monaten noch nicht erreicht hat, soll mehr als 450 Euro pro Monat hinzuverdienen dürfen.
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Egal ob als Buchhändler, Gärtner oder Ingenieur - wer jenseits der 65 arbeiten möchte oder muss, kann entweder den Renteneintritt aufschieben oder aber neben der Rente jobben
Weiterarbeit mit 65

Mit 65 und zwei Monaten endet das Arbeitsleben keineswegs automatisch. Man kann manchmal auch nach Erreichen des regulären Rentenalters beim alten Arbeitgeber weiterarbeiten. Alter ist nämlich in Deutschland kein Kündigungsgrund. Und Rente gibt es dann nur, wenn man einen Rentenantrag stellt. Diesen kann man jedoch auch aufschieben und sich beispielsweise erst mit 67 oder 70 vom Arbeitsleben verabschieden. „Wer erst nach dem Erreichen des regulären Rentenalters mit dem Arbeiten aufhört, bekommt später mehr Rente. Es rechnet sich also, später in Rente zu gehen“, sagt Stefan Braatz von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Das Altersruhegeld erhöht sich nämlich pro Monat des späteren Einstiegs um 0,5 Prozent. Wer erst mit 67 in Rente geht, erhält also derzeit noch eine um 11 Prozent höhere Rente – und zwar lebenslang. Hinzu kommt: Wer über das 65. Lebensjahr hinaus arbeitet, ist in der Regel auch weiterhin rentenversicherungspflichtig. Die gezahlten Beiträge bringen dann nochmals eine Rentenerhöhung. Unterm Strich können so zwei Jahre Mehrarbeit 15 oder gar 20 Prozent mehr Rente bringen.
Arbeit neben der Rente

„Wenn Rentenbezieher das reguläre Rentenalter erreicht haben, interessiert uns gar nicht, ob sie noch arbeiten“, sagt Braatz. „Denn neben der regulären Altersrente darf man dann zusätzlich beliebig viel verdienen – ohne dass die Rente gekürzt wird.“ Anders ist dies vor der regulären Rentenaltersgrenze. Wer noch nicht 65 ist und Altersrente bezieht, darf nach seit Anfang 2013 geltenden Regelungen maximal 450 Euro im Monat hinzuverdienen. In zwei Monaten pro Jahr sind 900 Euro erlaubt. Wer mehr verdient, dessen Altersrente wird gekürzt – und zwar mindestens um ein Drittel.
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Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht gilt auch für Rentner, die nebenher jobben. Sie müssen also so bezahlt werden wie es im Tarifvertrag steht oder betriebsüblich ist. Rentnern steht auch Urlaub zu. Sie können wenigstens den Mindesturlaub verlangen, den das Bundesurlaubsgesetz vorschreibt – also 24 Werktage oder vier Wochen pro Jahr. Weiterhin gilt auch für jobbende Rentner das Kündigungsschutzgesetz. Nur bei längerer Krankheit stehen Rentner zurück: Zwar muss auch ihnen bei Erkrankungen das Arbeitsentgelt für bis zu sechs Wochen fortgezahlt werden. Ab dem 43. Krankheitstag gehen sie jedoch leer aus. „Der Krankengeldanspruch für Vollrentner ist nämlich gesetzlich ausgeschlossen“, so Michael Bernatek vom AOK-Bundesverband. Dafür zahlen arbeitende Rentner und ihre Arbeitgeber allerdings auch nur einen ermäßigten Beitrag zur Krankenversicherung.

Rentnerjobs

Die Arbeitsagentur vermittelt keine Jobs für Rentner und auch bei den Internet-Jobbörsen finden Ruheständler nur wenige Angebote. Fündig werden sie gelegentlich in den „Arbeitsangeboten“ der Tageszeitungen, vor allem aber in den kostenlosen Wochenblättern. Hier werden etwa in einer Kölner Juli-Ausgabe „rüstige Rentner für Gartenarbeit“ oder „Rentner für Reparaturen an Reinigungsmaschinen und für Lagerarbeiten“ gesucht oder ein Hotel möchte eine „Rentnerin als Haus- und Küchenhilfe zur Urlaubsvertretung“, eine Tankstelle einen „Nachtschichtkassierer von Sonntag auf Montag auf 400-Euro Basis (gerne auch rüstiger Rentner)“ oder ein Partyservice einen „Auslieferungsfahrer (gerne Rentner) mit eigenem PKW“.

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Leserkommentare
31.01.2014 17:54 Uhr - von Kunowsky Günter
frage zur Arbeit ab 65 Jahre
Hallo , möchte einen Freund beim Bau seiner Garage helfen. Muß ich mich dafür irgendwo anmelden ? Bin 67 Jahre, also Vollrentner.
19.10.2013 18:04 Uhr - von goderich
Das Altersruhegeld erhöht sich?
Was für ein Schwachsinn: > Das Altersruhegeld erhöht sich nämlich pro Monat des späteren Einstiegs um 0,5 Prozent. Wer erst mit 67 in Rente geht, erhält also derzeit noch eine um 11 Prozent höhere Rente – Bevor man die zwei jahre wartet, sollte man dringend erstmal die Rente ausrechnen lassen. Selbst wer nur 700€ Euro bekommt, setzt in den den zwei Jahren fast 14000 Euro in den Sand. Die bekommt er auch mit "warten und 10%" niemals rein. Also, ihr fast Renter, kümmert euch.
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