Andere Gesellschaften senken die Verzinsung zwar leicht ab, doch das Niveau bleibt vergleichsweise hoch. So kündigte die Europa Versicherung einen Rückgang von 5,0 auf 4,8 Prozent an, die
Debeka von 4,8 auf 4,6 Prozent und Allianz von 4,5 auf 4,3 Prozent. Die Höhe der Zinsversprechen verwundert selbst Experten. Reiner Will, Geschäftsführer der Rating-Agentur Assekurata, zeigt sich „überrascht“ und sieht in den Ertragsgutschriften „solide Ergebnisse der Versicherer“.
Überschüsse puschen Rendite
Die Zinsen werden allerdings nur auf den Sparanteil gutgeschrieben. Zuvor werden von den eingezahlten Prämien die Vertragskosten und die Rücklagen für den Todesfallschutz abgezogen. Je nach Schutzumfang und Kostenaufwand verzinsen sich nur 60 bis 80 Prozent der Kundengelder. Die Renditen gut verzinster Kapitallebensversicherungen sind dennoch nicht zu verachten. Verantwortlich dafür sind unter anderem die von den Gesellschaften erwirtschafteten Überschüsse. Diese entstehen durch Kostengewinne oder durch Beteiligung der Versicherten an den stillen Reserven. Da diese Boni als Schlussüberschuss zusätzlich dem Vertrag gutgeschrieben werden, liegt die Endrendite in der Regel deutlich über der Garantierendite, nicht selten sogar über der jährlich deklarierten Verzinsung.