„Krankenkassen sind keine Sparkassen“, sagt der Bundesgesundheitsminister. Möglichst hohe Gewinne sind nicht ihre Aufgabe. Gesunde Rücklagen zu bilden schon. So gesehen ist die aktuelle Debatte um die Überschüsse der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) eher ein Schnellschuss.
Die Milliardenüberschüsse der Kassen beruhen vor allem auf der guten Konjunktur und Einsparungen bei den Arzneimittelausgaben. Selbst der Gesundheitsfonds, über den die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung abgewickelt und ausgeglichen wird, macht derzeit ein Plus. Das ist aber eine Momentaufnahme – noch vor zwei Jahren standen manche Kassen vor der Zahlungsunfähigkeit, viele haben Zusatzbeiträge erheben müssen.
Die Überschüsse sind deshalb keine Dauereinnahme. Im Gegenteil. Die beiden wichtigsten Indikatoren für die Bilanz der Krankenkassen deuten unverändert auf steigende Kosten hin: Die Menschen werden immer älter, die Behandlungsmöglichkeiten immer umfangreicher. Langfristig wird der aktuelle Überschuss eine Ausnahme sein. Die Kassen sollten daher das Geld behalten, zurücklegen – und dazu nutzen, die Beiträge konstant zu halten.
So wie die Kassen können es im Übrigen auch die Versicherten selbst machen: Ein gut Verdienender ohne Kinder kann in jungen Jahren in die Private Krankenversicherung wechseln, wo er einige Jahre günstiger krankenversichert sein dürfte als bei der GKV. Um den absehbaren Kostenanstieg im Alter für die besseren Leistungen abzufedern, kann er die Ersparnis anlegen - und im Alter mit den Kapitalerträgen die Kostensteigerung der Privaten ausgleichen.