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07.02.2012 11:02

Krankenversicherung

Kaum negative Folgen für Nicht-Zahler

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Bei gesetzlichen und privaten Krankenkassen wächst die Zahl der säumigen Beitragszahler. Mehr als 638.000 Mitglieder der gesetzlichen Kassen (GKV) sowie 144.000 Privatversicherte (PKV) zahlen nicht oder unregelmäßig. Mit Konsequenzen müssen sie kaum rechnen.
Krankenversicherung Immer mehr Nicht-Zahler Finanzportal biallo.de
Mietgliedsbeitrag nicht bezahlt - die Rückstände bei deutschen Krankenkassen gehen mittlerweile in die Milliarden
Bis Ende 2011 sind nach Angaben der Spitzenverbände mehr als 780.000 Versicherte ihre Beiträge für die Krankenversicherung schuldig geblieben – bei der GKV addieren sich die Rückstände auf 1,2 Milliarden Euro, bei den PKV auf mehr als 530 Millionen Euro. Zwar wird den Nicht-Zahlern nach Angaben des PKV-Verbands nach zwei Monaten eine Mahnung zugesandt, aber weitere Möglichkeiten zum Inkasso sowie die Kündigung der säumigen Versicherten sind den Krankenkassen und privaten Versicherungen kaum möglich. Noch bis 2007 hatten sie die Möglichkeit, Mitglieder zu kündigen, die Betroffenen standen dann ohne Versicherungsschutz da.

Im Zuge von Gesundheitsreformen wurde Anfang 2009 eine allgemeine Versicherungspflicht eingeführt, nach der sich Versicherungen von säumigen Zahlern nicht mehr trennen können. Sie sind nach diesen Regelungen verpflichtet, diese Kunden mit einer Notfall-Regelung zu versichern, bei der beispielsweise die Behandlung von akuten Krankheiten oder Unfallschäden abgedeckt ist. Auch die Kosten der medizinischen Betreuung in der Schwanger- oder Mutterschaft werden weiterhin von der Krankenkasse oder Krankenversicherung übernommen.
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Nach Angaben einer Sprecherin des GKV-Spitzenverbands sind die Instrumente der Kassen, gegen säumige Zahler vorzugehen, „sehr begrenzt“. Private Krankenversicherungen können Versicherte, die ihre Beiträge schuldig bleiben, zumindest tariflich neu einstufen, in der Regel in den Basistarif. Die Probleme sind laut Branchenkennern teilweise „hausgemacht“: Manche Versicherer locken Kunden mit besonders günstigen Tarifen an, die sich eine PKV ansonsten gar nicht hätten leisten können und bei Beitragssteigerungen leicht überfordert werden.
Viele Krankenversicherer wie beispielsweise die Axa Krankenversicherung und die Hallesche Krankenversicherung führten deshalb bereits neue Bonitätsprüfungen und Annahmerichtlinien ein, um potenziellen Beitragsprellern von vornherein den Zutritt zur PKV zu verweigern.
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Kommt der Spezialtarif für Nicht-Zahler?

Um die Problematik zumindest in den Griff zu bekommen und die Kosten für die Krankenversicherer zu senken, plant der PKV-Verband die Einführung eines Spezialtarifs für Nichtzahler. Die entsprechenden Verhandlungen mit Ministerien seien bereits angelaufen. Nach dem aktuellen Stand sei mit einer baldigen Einigung zu rechnen, so ein Sprecher des Verbandes. Die Planung für die neuen Spezialtarife sieht vor, dass PKV-Versicherte, die auf Mahnungen und Zahlungserinnerungen nicht reagieren, in einen „Nichtzahler-Tarif“ aufgenommen werden, der nur noch eine Notfall-Versorgung bietet. Der Beitrag für eine solche Grundversorgung solle lediglich 100 Euro pro Monat betragen. Der Beitrag ist sehr niedrig angesetzt, damit die Versicherten ihre Schulden problemloser zurückzahlen können.

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Leserkommentare
14.02.2012 17:49 Uhr - von Torsten R.
Nichtzahler KV
Für säumige Zahler einer privaten Krankenversicherung könnte das dennoch teuer werden. Denn die Versicherten zahlen ja üblicherweise Ihre Behandlungskosten vorab selbst und reichen die Belege dem Versicherer ein. Dann kann der doch sicher auch fällige Beiträge saldieren. Oder nicht, Herr Wickel?
08.02.2012 10:34 Uhr - von Ursula K.
Nichtzahler KV
mit anderen Worten: "Frechheit siegt" und die braven Zahler zahlen die Zeche !
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